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Saint-Making in Tibetan Buddhism. The Long & Chequered Career of Drukpa Kunley in Tibet, Bhutan & the Modern World
Antragsteller
Professor Dr. Antoni Huber
Fachliche Zuordnung
Religionswissenschaft und Judaistik
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574851682
Die Monographie Saint-Making in Tibetan Buddhism präsentiert eine evidenzbasierte Taxonomie, die die letzten ftinf Jahrhunderte umspannt, um die verschiedenen Gestalten eines der populärsten Heiligen des tibetischen Buddhismus, Drukpa Kunley, aufzuzeigen. Anhand einer Fülle von einheimischen Textquellen, Kunstwerken und ethnographischen Beobachtungen soll das weithin ignorierte, aber eindeutig nachweisbare Phänomen des saint-making beleuchtet werden. Im Fokus der Arbeit steht die zentrale Bedeutung des saint-making. Die Argumentierung begründet zum einen, wie hoch verehrte religiöse Identitäten besser verstanden und wissenschaftlich definiert werden können, und zum anderen identifiziert sie das saintmaking als ein Kernmerkmal des tibetischen Buddhismus selbst. Das Buch zeigt auf, dass das saint-making weit mehr umfasst als das Schreiben hagiographischer Texte, die im Mittelpunkt fast aller bisherigen Forschungen standen: sein Erfolg hängt notwendigerweise auch von bestimmten Formen mündlicher, ritueller, visuellkünstlerischer, architektonischer und performativer Kultur ab. Es werden verschiedene Kulte dokumentiert, die auf sechs oft radikal unterschiedlichen DrukpaKunley- Identitäten in Tibet, Bhutan und der modernen Welt außerhalb Asiens beruhen. Dabei kommt den saint-makers, die als kreative Agenten diese Identitäten geschaffen und geftrdert haben, besondere Aufmerksamkeit zu. Jeder der aufeinanderfolgenden saint-makers und ihre jeweiligen saint-making Projekte sind historisch verortet in Bezug auf die biografischen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren, die sie beeinflusst haben. Dies zeigt, wie jede neu geschaffene Gestalt von Drukpa Kunley als lokal-spezifische Antwort auf Ort, Zeit, Umstände und Ziele eines saint-makers betrachtet werden sollte. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Wissenschaftler bei der Beschreibung und Bewertung hoch verehrter religiöse Personen im tibetischen Buddhismus weitaus explizitere theoretische und rigorosere methodische Ansätze anwenden sollten. Die detaillierte Fallstudie von Drukpa Kunley selbst bietet ein Beispiel daftir, wie dies erreicht werden kann. Gesucht wird eine Publikationsbeihilfe zur Deckung der Produktions- (Lektorat, grafische Gestaltung und Layout) und Publikationskosten lìir das Buch Saint-Making in Tibetan Buddhism, die als sofortige Open-Access-Veröffentlichung (sogenannter ,,Goldener Weg) erscheinen soll. Von den beiden Angeboten, die ich eingeholt habe, bevorzuge ich das des Verlags der Österreichischen Akademie der Wissenschaften aus folgenden Gründen: i. niedrigere Gesamtkosten; ii. das Manuskript hat bereits das anonyme wissenschaftliche Begutachtungsverfahren dieses Verlags durchlaufen, wurde in der endgültigen Form zur Veröffentlichung angenommen und es besteht ein Vertrag zur Veröffentlichung; iii. die Sicherheit, dass eine wissenschaftliche Einrichtung auf nationaler Ebene das langfristige digitale Hosting einer Open- Access-Veröffentlichung übernimmt.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
