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Modelling for Abilities: Integration und Wirkung von Fähigkeitsfokussierung bei der Entwicklung von Mensch-Technik-Schnittstellen
Antragstellerin
Professorin Dr.-Ing. Nicole Jochems
Fachliche Zuordnung
Arbeitswissenschaft, Ergonomie, Mensch-Maschine-Systeme
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574960553
Das beantragte Forschungsvorhaben untersucht, wie Fähigkeiten als zentrale Anforderung für die Gestaltung von Mensch-Technik-Schnittstellen modelliert und in Entwicklungsprozesse integriert werden können. Ziel ist es einerseits, eine technologiegestalterische Praxis zu unterstützen, die sich nicht an Defiziten, sondern an Fähigkeiten der Nutzenden orientiert sowie andererseits herauszufinden, wie sich eine solche Fähigkeitsfokussierung auf Mindset, Prozesse und Gestaltungslösungen von Designer:innen auswirkt. Damit greift das Projekt die Grundidee fähigkeitsfokussierter Gestaltung auf, wie sie durch den Ansatz des Ability-Based Design international geprägt wurde. Auf Basis eigener Vorarbeiten wird hierfür ein visuelles Fähigkeitsmodell entwickelt, das Fähigkeiten, Einflussfaktoren und Nutzungskontexte strukturiert darstellt und sie für Gestalter:innen als Orientierung für Designentscheidungen verfügbar macht. Anschließend wird ein interaktives System entwickelt, mit dem solche Modelle erstellt, iterativ angepasst und auf diese Weise in Designprozesse eingebunden werden können. Unter Verwendung dieses Systems wird darauffolgend untersucht, welche Wirkung der Einsatz von Fähigkeitsmodellen in Bezug auf Mindset, Prozesse und Gestaltungslösungen hat. Hierfür werden mehrere aufeinander aufbauende Designworkshops mit Gestaltenden aus Forschung und Wirtschaft sowie HCI-Studierenden durchgeführt, in deren Fokus die Bearbeitung realitätsnaher Designaufträge unter Verwendung von Fähigkeitsmodellen steht. Das Gesamtvorhaben verbindet gestaltungsorientierte Forschung mit qualitativen Erhebungen, quantitativen Messungen und Wirkungsforschung im Mixed-Methods-Ansatz. Es leistet damit einen Beitrag zur methodischen Weiterentwicklung menschzentrierter Technikgestaltung, indem es eine empirisch fundierte Methode zur Berücksichtigung von Fähigkeiten entwickelt und deren Wirkung im Kontext realitätsnaher Anwendungsszenarien untersucht. Die Ergebnisse fließen in praxisnahe Handlungsempfehlungen und unterstützen langfristig die evidenzbasierte Gestaltung inklusiver digitaler Systeme.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
