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Neopragmatistische Philosophiegeschichtsschreibung. Nominalistisch-historistische Philosophiegeschichte als historische Rekontextualisierung?

Antragstellerin Dr. Ieva Höhne
Fachliche Zuordnung Geschichte der Philosophie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575051501
 
In diesem Projekt soll eine systematische Analyse der neopragmatistischen Philosophiegeschichtsschreibung – in ihrer methodologischen Programmatik und in ihrer Praxis – anhand eines Autors geleistet werden, mit dem die Erneuerung der pragmatistischen Philosophietradition seit den 1970ern in erster Linie assoziiert wird – Richard Rorty (1931–2007). Die Analyse der Philosophiegeschichtsschreibung Rortys basiert auf der Prämisse, dass die historisch-interpretative Arbeit als Kontextualisierung untersucht und befragt werden soll – der Prämisse, die das Projekt mit dem vorangehenden DFG-Projekt ,,Der Kontext als das Metaproblem der Philosophie- und Ideengeschichte. Ein Systematisierungsversuch geistesgeschichtlicher Methodologie“ (Walter Benjamin-Programm, 2024–2026) aufs Engste verknüpft. Die in jenem Projekt herausgearbeitete Heuristik der Kontextualisierung und Kontext-Typologie liefern für das beantragte Projekt die nötige methodologische Grundlage. Das Ziel des Projekts soll in zwei hauptsächlichen Schritten realisiert werden: 1) Die Herausarbeitung der methodologisch programmatischen Aussagen Rortys aus seinem Gesamtwerk; 2) Die Analyse ausgewählter Philosophiegeschichtsschreibungsbeispiele. Zusammen mit den im Anschluss erfolgenden Gegenüberstellungen von Kontextualisierungspraxis und programmatik sowie Kontextualisierungspraxis und (problemgeleiteter) Philosophie Rortys sollen dabei vor allem folgende Forschungsfragen bearbeitet werden: Welche bedeutungskonstitutiven Kontextualisierungsarten lassen sich in der Philosophiegeschichtsschreibung Rortys identifizieren und ergeben sich bestimmte Muster, die von einer markanten methodologischen Linie/Linien der Philosophiegeschichtsschreibung in seinem Gesamtwerk sprechen ließen? In welchem Verhältnis zu seiner tatsächlichen Interpretationsarbeit steht Rortys explizites methodologisches Selbstverständnis? Lässt sich das herausgearbeitete Profil der Philosophiegeschichtsschreibung Rortys vor dem Hintergrund seiner neopragmatistischen Positionen zu systematischen Fragestellungen nachvollziehen oder müsste man eher von Dissonanz oder aber einem Nicht-Verhältnis sprechen? Die Analyse Rortys historisch-interpretativer Arbeit als Mischung aus geläufigen und idiosynkratischen Mustern trägt zur Hinterfragung und Erweiterung der methodologischen Bandbreite gegenwärtiger philosophiegeschichtlicher Forschung und zu einem besseren Verständnis der Ambivalenz und Komplexität des Verhältnisses zwischen der Interpretationsprogrammatik und -praxis bei.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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