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SFP-MOBIL: Materialbestände und -flüsse und Praktiken im Mobilitätsbereich in Österreich und Deutschland
Antragstellerin
Professorin Dr. Henrike Rau
Fachliche Zuordnung
Humangeographie
Empirische Sozialforschung
Städtebau/Stadtentwicklung, Raumplanung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Landschaftsplanung
Empirische Sozialforschung
Städtebau/Stadtentwicklung, Raumplanung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Landschaftsplanung
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575259773
Verbindungen zwischen sozialen Prozessen und der Nutzung biophysischer Ressourcen zu verstehen erfordert interdisziplinäre Bemühungen, die multimethodische sozialwissenschaftliche Forschung zu sozialen Praktiken mit quantitativen Analysen des gesellschaftlichen Metabolismus (d.h. biophysische Bestände und Flüsse als materielle Basis von Gesellschaften) kombinieren. Das von den Antragstellenden entwickelte Konzept des stock-flow-practice nexus (SFPN) fungiert als heuristische Verknüpfung zwischen (1) praxistheoretisch begründeter sozialwissenschaftlicher Konsumforschung und (2) Methoden zur Beschreibung der Ressourcennutzung in Gesellschaften. SFP-MOBIL ist das erste Projekt welches den SFPN Ansatz für interdisziplinäre Forschung zu Mobilitätspraktiken und deren sozio-materiellen Grundlagen verwendet. Ziel ist es, Verbindungen zwischen Mobilitätpraktiken und soziometabolischen Materialbeständen und –flüssen zu verstehen. Mobilität wurde gewählt, weil diese (1) stark von der (Nicht)verfügbarkeit von Infrastruktur und Siedlungsmustern abhängt, (2) einen erheblichen Teil aller gesellschaftlichen Ressourcenflüsse bezüglich Masse, Energieverbrauch und Emissionen beansprucht, und (3) ein wichtiges Feld für politische Entscheidungen und Maßnahmen, Regulierung und öffentliche Debatten darstellt. SFPMOBIL erforscht wie und warum Menschen bestimmte Mobilitätspraktiken aufgreifen und wie dominante Infrastrukturen und Praktiken interagieren. Und was die empirischen Ergebnisse über die Anwendbarkeit des Konzepts des SFPN aussagen. SFP-MOBIL untersucht vier Untersuchungsregionen in Deutschland und Österreich – zwei urbane (Wien, München) und zwei ländliche (Eisenwurzen in Zentralösterreich, Oberland in Oberbayern). Hochauflösende Karten von Gebäuden und Infrastrukturen sowie Datenbanken zum gesellschaftlichen Metabolismus werden mit Haushaltbefragungen, Life-Cycle Assessment (LCA) und Environmentally-Extended Input-Output Analysis (EE-IOA) verschnitten, um den Material- und Energieverbrauch und die Treibhausgas-Emissionen regionaler Mobilität zu analysieren. Die Untersuchung der Mobilitätspraktiken verbindet mobilitätsbiographische Interviews mit einer Sekundäranalyse vorhandener Befragungsdaten. Dieser Ansatz ermöglicht eine genaue Abschätzung der Beziehungen zwischen Mobilitätspraktiken, Siedlungs- und Infrastrukturmustern und Ressourcen- und Emissionsflüssen. SFP-MOBIL (1) entwickelt und nutzt einen neuen integrativen Ansatz, der sozialwissenschaftliche und sozialmetabolische Forschung verknüpft. Das Projekt identifiziert (2) zentrale Verbindungen zwischen sozialen Bedingungen, Infrastruktur und Siedlungsmustern und dem Ressourcenverbrauch für Mobilität und (3) Hebelpunkte für die Schaffung von Materialbestandsmustern, die aktuelle Bestrebungen in Richtung Netto Null THG-Emissionen unterstützen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Österreich
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner
Dr. Veronika Gaube; Professor Dr. Helmut Haberl; Dr. Barbara Smetschka; Dr. Dominik Wiedenhofer
