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Frageintonation im Griechischen: Die Verarbeitung von Phrasenakzenten (QUINT-G)
Antragstellerin
Dr. Maria Lialiou
Fachliche Zuordnung
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575609292
Dieses Projekt untersucht den Einfluss von Phrasenakzenten – intonatorischen Tönen, die sowohl Eigenschaften von Tonakzenten als auch von Grenztönen aufweisen – auf die Wahrnehmung und Verarbeitung der Wörter, die sie tragen. Die untersuchte Sprache ist Griechisch, eine Sprache mit akustisch prominenten Phrasenakzenten, die nach dem nuklearen Tonakzent auftreten können. Das Projekt untersucht den Einfluss der Sprachkompetenz auf die Wahrnehmung und Verarbeitung dieser Phrasenakzente und inwieweit die Erwartungen der Hörer aufgrund ihrer Muttersprache ihre metasprachliche Beurteilung der Markierung beeinflussen und ihre Aufmerksamkeit während der Online-Verarbeitung auf Wörter mit Phrasenakzent lenken. Die Intonation vermittelt pragmatische Funktionen, darunter die Hervorhebung einzelner Wörter und Konstituenten sowie die Kennzeichnung einer ganzen Phrase als Frage. Dieses Projekt befasst sich mit beiden Funktionen. Es ist bekannt, dass Tonakzente entscheidend für die Hervorhebung von Informationen und die Erleichterung der Verarbeitung sind, und neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass auch Grenztöne zu diesen Funktionen beitragen. Bislang gibt es jedoch keine Studien, die sich mit der Wahrnehmung oder Verarbeitung von Wörtern befassen, die ausschließlich Phrasenakzente tragen. Im Griechischen ist der Phrasenakzent ein wichtiger Bestandteil der Frageintonation. Obwohl die Phonetik und Phonologie von Phrasenakzenten sowohl im Griechischen als auch sprachübergreifend umfassend untersucht wurden, sind ihr Beitrag zur Wahrnehmung von Prominenz und ihre Rolle bei der Sprachverarbeitung noch unerforscht. QUINT-G wird diese Lücke schließen und Aufschluss über den Zusammenhang zwischen der phonologischen Assoziation von Tönen und ihren Funktionen geben sowie weitere Einblicke in die Rolle der Intonation bei der Aufmerksamkeitssteuerung bieten.
DFG-Verfahren
Stipendium
Internationaler Bezug
Griechenland, Niederlande
Gastgeberinnen
Professorin Dr. Amalia Arvaniti; Professorin Dr. Spyridoula Varlokosta
