Detailseite
Triple Helix und regionale Governance: Eine vergleichende Analyse deutscher Metropolregionen im Zeitverlauf
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professor Dr.-Ing. Christian Diller; Professorin Dr. Anna Growe
Fachliche Zuordnung
Städtebau/Stadtentwicklung, Raumplanung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Landschaftsplanung
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 576062808
Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Entstehung, Entwicklung und Wirkung von Governance-Strukturen in deutschen Metropolregionen im Längsschnitt vergleichend zu analysieren. Im Fokus stehen dabei die institutionellen, funktionalen und akteursbezogenen Dimensionen metropolregionaler Steuerung im Kontext der Triple-Helix-Logik, die das Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft beschreibt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Metropolregionen als strategisch-politisches Raumkonzept in Deutschland vielfach mit Erwartungen verknüpft werden – etwa als Motoren der ökonomischen Entwicklung oder als Laboratorien kooperativer Steuerung –, deren tatsächliche Einlösung bisher jedoch nicht systematisch belegt ist. Das Vorhaben führt regionalökonomische und politikwissenschaftliche Perspektiven zusammen: Einerseits geht es um funktionale Abgrenzungen und wirtschaftliche Verflechtungsstrukturen, andererseits um die institutionelle Ausgestaltung und Steuerungsfähigkeit regionaler Governance-Formen. Es wird analysiert, ob die institutionellen Arrangements und Kooperationsbeziehungen mit den funktionalen Anforderungen der Regionalentwicklung übereinstimmen oder ob ein Mismatch zwischen Raumstrukturen und Steuerungskapazitäten vorliegt. Besonderes Augenmerk gilt der Rolle ökonomischer Akteure in regionalen Governance-Prozessen. Zwar betonen politische Programme die Notwendigkeit ihrer Einbindung, empirisch zeigen sich jedoch oft nur lose oder symbolische Verbindungen zwischen wirtschaftlichen und öffentlichen Akteuren. Es wird untersucht, ob Governance-Strukturen tatsächlich auf internationale Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet sind oder ob sie eher auf tradierte, wenig wandlungsfähige Muster zurückgreifen – ein Verdacht, der in der Literatur mit Begriffen wie „rasender Stillstand“ oder „uneingelöstes Bildversprechen“ gefasst wird. Mittels qualitativer Inhaltsanalyse, semantischer Netzwerkanalyse und Längsschnittvergleich werden Governance-Entwicklungen in mehreren deutschen Metropolregionen (untersucht. Dabei stehen sowohl die formellen institutionellen Veränderungen als auch die informellen Kooperationsstrukturen im Zentrum. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Bewertung der Governance-Leistungsfähigkeit deutscher Metropolregionen und zur Weiterentwicklung theoretischer Ansätze zu Metropolitan Governance und Triple Helix in der regionalwissenschaftlichen und politikwissenschaftlichen Debatte.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
