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Das kompositorische und biographische Umfeld Richard Wagners (1813-1883) und Franz Liszts (1811-1886) im Spiegel des Schott-Archivs

Antragstellerin Dr. Dorothea Sommer
Fachliche Zuordnung Musikwissenschaften
Publizistik und Kommunikationswissenschaft
Theater- und Medienwissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 577210589
 
Im November 2014 erwarben die Bayerische Staatsbibliothek (BSB), die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SBB) sowie sechs weitere Forschungseinrichtungen das historische Archiv des Musikverlags B. Schott’s Söhne in Mainz. Es zählt mit seinem historischen Geschäftsarchiv (ca. 850.000 Korrespondenzen und über 130 Geschäftsbücher) sowie dem Herstellungsarchiv, das die musikalischen Quellen und (Erst-)Drucke zu über 40.000 bei Schott erschienenen Werken (ab ca. 1770 bis ca. 1945) umfasst und drei weiteren, kleineren Archivteilen zu den größten historischen Musikverlagsarchiven. In der Mitte des 19. Jahrhunderts markiert eine weitreichende verlegerische Entscheidung für B. Schott’s Söhne Mainz eine deutliche Wende: Auf dem Höhepunkt der Expansion des Unternehmens in zahlreiche Länder bezieht Franz Schott als Hauptverleger die Werke von Franz Liszt und Richard Wagner in sein Verlagsprogramm ein und löst damit einen enormen Zustrom an Kompositionen aus, die sich entweder direkt mit deren Werken auseinandersetzen oder die kompositorische Tonsprache dieser Leitfiguren aufgreifen. Ziel dieses Projektes ist es, den intensiven wissenschaftlichen Diskurs über diese Strömungen durch die Erschließung und Digitalisierung der zentralen Quellen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Tode Richard Wagners (1883) quellenbasiert zu unterstützen, dabei aber auch das Fortbestehen des etablierten Verlagsgeschehens bei Schotts durch tiefe Erschließung und Digitalisierung bei exemplarischen Komponisten und Komponistinnen zu präsentieren. Das Projekt konzentriert sich dabei auf die Erschließung der Massenkorrespondenzen (1857-1890) sowie die Digitalisierung und Erschließung der ca. 57.000 Gegenbriefe des Verlags (1829 bis 1883), sowie eine Basiserschließung für die ca. 20.000 bis 21.000 musikalischen Quellen aus dem Herstellungsarchiv, von denen ca. 4.800 Quellen zu ausgewählten Schwerpunktkompositionen tief erschlossen und digitalisiert werden. Alle Projektergebnisse fließen in das Portal „Schott-Archiv digital“ (https://schottarchiv-digital.de) ein. Aufgrund zwei vorheriger Projekte zur Digitalisierung und Erschließung (2017-2025) ist das Herstellungsarchiv und die Massenkorrespondenz bis ca. 1856 erschlossen, soweit möglich digitalisiert (Herstellungsarchiv) und über das Portal „Schott-Archiv digital“ zusammen mit den Erschließungsdaten und den Quellen der SBB uneingeschränkt online zugänglich. Zusätzlich referiert das Portal die Erschließungsergebnisse von ca. 9.000 Werken aus dem Erstausgabearchiv, dem Safearchiv und dem Alten Schott-Archiv in der BSB.
DFG-Verfahren Digitalisierung und Erschließung (Wiss. Literaturversorgung und Informationssysteme)
 
 

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