Detailseite
Projekt Druckansicht

Subjektives Altern: Ein Duales-Prozess-Modell sozialer und temporaler Vergleichsprozesse

Antragsteller Dr. David Weiss
Fachliche Zuordnung Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 577830885
 
Altern ist ein universeller Prozess, doch das Ausmaß kognitiver sowie körperlicher Veränderungen variieren erheblich zwischen Personen. Es ist lange bekannt, dass das chronologische Alter (vergangene Zeit seit der Geburt) die Komplexität des Alternsprozesses nicht adäquat beschreiben kann. Neuere Studien zeigen hingegen, dass das subjektive Alter (d.h., wie jung oder alt man sich fühlt), ein deutlich zuverlässigerer Prädiktor für das biologische Altern ist. Forschungsergebnisse zeigen z.B., dass subjektives Alter eng mit zentralen entwicklungspsychologischen Ergebnissen verknüpft ist, darunter biologische Indikatoren des Alterns, körperliche und kognitive Funktionen, Selbstwahrnehmung, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Trotz ihrer Relevanz sind die psychologischen Mechanismen, die es Menschen ermöglichen, ihr eigenes Altern einzuschätzen, bislang nur unzureichend erforscht. Ausgangspunkt dieses Projektes ist die Annahme, dass subjektives Altern maßgeblich durch soziale und temporale Vergleichsprozesse geprägt wird. Personen bewerten ihr Altern, indem sie sich mit Gleichaltrigen, ihrem früheren Selbst und ihren Erwartungen an die Zukunft vergleichen. Vor diesem Hintergrund zielt dieses Projekt darauf ab, ein duales Prozessmodell des subjektiven Alterns zu entwickeln und zu testen. Der Fokus liegt dabei auf zwei zentralen Prozessen: (1) der Attribution persönlicher Erfahrungen auf das Älterwerden und (2) der Distanzierung von negativen altersbezogenen Informationen, um eine positive Selbstwahrnehmung aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus planen wir zu untersuchen, welche Rolle persönliche und situative Faktoren, wie kognitive Ressourcen und Altersstereotype, bei der Beeinflussung dieser Prozesse spielen. Zudem soll untersucht werden, ob soziale und temporale Vergleichsprozesse unabhängig voneinander wirken, interagieren oder sich gegenseitig kompensieren, wenn es um die Vorhersage des subjektiven Alterns und seiner wechselseitigen Verbindungen zum biologischen Altern geht. Um diese Ziele zu erreichen, verwendet das Projekt einen multimethodischen Ansatz, der Daily-Diary Studien, Labor- und Online-Experimente sowie die Analyse longitudinaler Biomarkerdaten integriert. Durch die Kombination kurzfristiger (täglicher) und langfristiger (Jahrzehnte) Perspektiven wird diese Forschung verschiedene Maßnahmen nutzen, darunter Selbstberichte, implizite Messungen und biologische Indikatoren. Dieser ganzheitliche Ansatz zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für die psychologischen und sozialen Faktoren zu entwickeln, die das subjektive Altern prägen, sowie für deren bi-direktionale Zusammenhänge mit biologischen Indikatoren des Alterns. Dieses Projekt soll dazu beitragen, die Mechanismen des subjektiven Alterns sowie deren Auswirkungen auf Gesundheit, Wohlbefinden und Funktionsfähigkeit besser zu verstehen und damit Strategien zur Förderung eines gesunden Alterns zu identifizieren.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung