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TAS1R3 stimulation in der Retina: Untersuchung neue molekulare Signalwege bei Augenerkrankungen

Fachliche Zuordnung Augenheilkunde
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 578260990
 
Obwohl die Behandlung der neovaskulären alters-bedingten Makuladegeneration (nAMD) Fortschritte gemacht hat, bleibt die AMD immer noch die häufigste Ursache für Erblindungen in Europa. Der aktuelle Goldstandard in der Therapie der nAMD besteht in der VEGF-A Inhibition, jedoch mit einem stark variablen und schwer vorhersagbarem Therapieergebnis. Dies legt nahe, dass es neben VEGF-A, andere bisher nicht adressierte Signalwege gibt, die die Entwicklung der Erkrankung verursachen. Die wesentlichen patho-physiologische Mechanismen der AMD sind Entzündung, Apoptosis und Angiogenese. Diese Prozesse sind nicht spezifisch für das Auge. Unsere Hypothese ist daher, dass extrazelluläre Faktoren eine Rolle spielen könnten. In unseren Vorarbeiten konnte wir in einer Kohortenstudie zeigen, dass erhöhte Serumspiegel des künstlichen Süßstoffs Saccharin negativ mit dem Schweregrad der AMD korreliert sind. Eine Back-Translation in ein Tiermodell für nAMD zeigt, dass der TAS1R3 Rezeptor in der Netzhaut exprimiert wird. Stimulation des Rezeptors mit Saccharin im Rahmen einer interventionellen Studie mit Mäusen ergab ein vergleichbares Ergebnis wie in der Klinik beobachtet wurde. Für das nun beantragte Vorhaben haben wir daher die Hypothese aufgestellt, dass der TAS1R3 in verschiedenen Zellen der Netzhaut exprimiert wird und an der Regulation der äußeren Blut/Retina-Schranke beteiligt ist. Erste Hinweise aus den nicht-publizierten Vorarbeiten legen nahe, dass TAS1R3 neben dem RPE auch in Mikrogliazellen exprimiert ist. Daher werden wir alle TAS1R3 positiven Zellen der äußeren Netzhaut identifizieren und deren intrazelluläre TAS1R3-aktivierten Signalwege. Wir werden uns primär mit der Rolle von TAS1R3 in der nAMD befassen und vertiefen. Im Verlauf des Projektes werden jedoch weitere Mausmodelle zu venösen Gefäßverschlüssen und zur trockenen AMD zum Einsatz kommen. Zur weiteren klinischen Charakterisierung werden wir Blutproben und klinische Daten von nAMD-Patienten, die im Rahmen einer Ernährungsstudie Saccharin zu sich genommen haben, analysieren. Insgesamt wird das geplante Vorhaben das Verständnis der Funktion des TAS1R3 Süßrezeptors an der Netzhaut erweitern. Wenn sich die Annahmen bestätigen, so werden wir mit TAS1R3 einen möglicherweise bisher unbekannten Pathomechanismus der nAMD charakterisieren und auf diesem Wege den pharmakologischen Target-Space erweitern.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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