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Monstrous Matters: Interdisziplinäre Perspektiven auf Inszenierungen monströser Figuren, Körper und Ordnungen im zeitgenössischen Theater und verwandten Künsten
Antragstellerin
Dr. Ekaterina Trachsel
Fachliche Zuordnung
Theater- und Medienwissenschaften
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 578344146
Monstrosität spielt eine bedeutende Rolle in vielen kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten – als Ausdruck von Grenzziehungen, sozialen Ängsten und Normverschiebungen. Obwohl die interdisziplinäre Wissenschaftsrichtung Monster Studies inzwischen global etabliert ist, wurde ihr Potenzial im deutschsprachigen Raum, insbesondere innerhalb der Theaterwissenschaft, bislang kaum genutzt. Das geplante Netzwerk „Monstrous Matters“ setzt genau hier an: Es sieht das Theater als einzigartigen Forschungsraum, in dem das Monströse nicht nur dargestellt, sondern in seiner Inszenierung, Verkörperung und unmittelbaren Wahrnehmung als ein Begegnungsphänomen erforscht werden kann. Denn nichts ist per se monströs – erst in der Begegnung wird etwas als monströs wahrgenommen und benannt: Menschen machen Monster. In dem Netzwerk werden deutschsprachige und europäische Wissenschaftler*innen erstmals mit zentralen Akteur*innen der vor allem in den USA etablierten Monster Studies zusammenarbeiten. Ziel ist es, einen interdisziplinären Forschungsverbund zu initiieren, der Theaterwissenschaft u.a. mit Kultur-, Sozial- und Medienwissenschaft, Philosophie, Rechtswissenschaft und Gender Studies verknüpft. Das dreijährige Forschungsprogramm sieht physische und virtuelle Treffen vor, die Einbindung einer studentischen Hilfskraft, die Entwicklung einer eigenen Website sowie gemeinsame Publikationen. Damit wird die Basis für die Gründung eines European Center for Monster Studies gelegt, das über die Förderperiode hinaus bestehen soll und als langfristiger, interdisziplinärer Forschungs-Hub etabliert wird. Thematisch untersucht das Netzwerk Konzepte von Monstrosität entlang zweier Achsen: Zum einen die Inszenierung monströser Körper und Figuren auf der Bühne, zum anderen die sozialen und politischen Ordnungen, die durch monströse Erzählungen hinterfragt oder stabilisiert werden. Methodisch verbindet das Netzwerk Aufführungsanalyse, Diskursanalyse und künstlerische Forschung und fördert so einen reflektierten, interdisziplinären Austausch über gesellschaftlich relevante Fragen nach Normativität, Ausgrenzung und Transformation. Ein besonderer Schwerpunkt des Netzwerks liegt auf den darstellenden Künsten und dem Theater, die innerhalb der Monster Studies bislang wenig berücksichtigt wurden. Die gezielte Integration dieser Künste als zentraler Zugang erweitert das Forschungsfeld entscheidend und ermöglicht eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. „Monstrous Matters“ erweitert ein wachsendes Forschungsfeld, stärkt die internationale Vernetzung ausgewiesener Wissenschaftler*innen auf allen Karrierestufen und unterstützt speziell Personen in der frühen Karrierephase in wichtigen geisteswissenschaftlichen Feldern wie Gender- und Queer Studies. Darüber hinaus eröffnet das Netzwerk innovative Perspektiven auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie Diversität, Identitätspolitik und soziale Ungleichheit und schafft so nachhaltige, grenzüberschreitende Forschungsstrukturen.
DFG-Verfahren
Wissenschaftliche Netzwerke
