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Präferenzen für prosoziale Interventionen und ihre Rolle bei der Bildung von Institutionen und Kooperation
Antragstellerin
Professorin Dr. Astrid Dannenberg
Fachliche Zuordnung
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 579645021
Die Zerstörung der globalen natürlichen Ressourcen ist nicht mehr auf Unwissenheit zurückzuführen, sondern auf die Unfähigkeit der Regierungen, die zu ihrem Schutz erforderlichen Maßnahmen durchzusetzen. Beim Schutz des globalen Klimas, fragiler aquatischer und terrestrischer Ökosysteme und gefährdeter Arten wurden trotz der Warnungen der Wissenschaft kaum Fortschritte erzielt. In vielen Ländern gibt es Protestbewegungen, die mehr politische Interventionen und Umweltschutz fordern, gleichzeitig gibt es aber auch Teile der Bevölkerung und der politischen Eliten, die sich vehement gegen solche Bemühungen wehren. Es scheint eine tiefe Polarisierung zwischen und innerhalb von Gesellschaften darüber zu geben, welche Eingriffe in gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse notwendig und angemessen sind, um die globalen natürlichen Ressourcen für alle zu schützen. Das vorliegende Projekt geht der Frage nach, ob polarisierte Ansichten und Präferenzen über Eingriffe in soziale Prozesse die Bildung von Institutionen und Kooperation behindern können. Zu diesem Zweck konzentriert sich das Projekt auf einen Schlüsselfaktor, nämlich die grundlegende Bereitschaft von Individuen, prosoziale Eingriffe durchzuführen und zu akzeptieren, die die Entscheidung eines Individuums zum Nutzen anderer Personen einschränken oder beeinflussen. Dabei unterscheiden wir zwischen dem extrinsischen Wert eines Eingriffs, der in der Änderung des finalen Ergebnisses besteht, und dem intrinsischen Wert des Eingriffs, der darin besteht, dass die Entscheidungsfreiheit einer Person eingeschränkt wird. In drei aufeinander abgestimmten Arbeitspaketen soll mit Hilfe von kontrollierten Experimenten systematisch untersucht werden, wie diese Präferenzen für prosoziale Interventionen definiert und gemessen werden können, ob die Präferenzen die Einstellungen gegenüber realen Institutionen erklären können, welche Konsequenzen diese Präferenzen für die Bildung von Institutionen und Kooperation haben und was passiert, wenn diese Präferenzen innerhalb von Gesellschaften polarisiert sind. Ziel ist es, die Hindernisse für die Bildung von Institutionen und Kooperation zum Schutz gemeinsamer Ressourcen besser zu verstehen und zu zeigen, wie diese Hindernisse mit der Polarisierung von Gesellschaften zusammenhängen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
