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Frühkindliche Determinanten der Atopischen Dermatitis: Eine Umfassende Multi-Omics-Untersuchung von mikrobiellen, Barriere- und Immunmechanismen in einer prospektiven Geburtskohorte

Fachliche Zuordnung Dermatologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 580001886
 
Atopische Dermatitis (AD) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in Industrieländern bis zu 20% der Kinder und 5% der Erwachsenen betrifft. Eine defekte Hautbarriere und eine Th2-dominierte Immunantwort sind Kennzeichen dieser Erkrankung. Auch ein dysbiotisches Hautmikrobiom, das weitgehend durch eine dominante Besiedlung mit Staphylococcus aureus gekennzeichnet ist, stellt ein Schlüsselmerkmal dar. AD wird häufig bereits im frühen Säuglingsalter beobachtet, doch obwohl die Pathogenese zunehmend klarer wird, sind die frühkindlichen Faktoren, die die AD-Entwicklung auslösen und vorantreiben, weitgehend unbekannt. Im Rahmen dieser prospektiven Geburtskohorte, bekannt als Munich Atopy Prediction Study (MAPS), verfolgen wir das Ziel, das Mikrobiom der Haut und des Darms von Säuglingen in den ersten vier Lebensjahren zu definieren und ihre Rolle bei der AD-Initiierung und -Entwicklung aufzuklären. Zusätzlich werden mütterliche Mikrobiom (von Müttern gesunder und AD-betroffener Säuglinge) analysiert, um protektive oder schädliche Taxa zu identifizieren, die auf die Nachkommen übertragen werden. Darüber hinaus werden wir das Mikrobiom der Nase von Säuglingen charakterisieren, da es ein potenzielles Reservoir für Hautbesiedler darstellt. Diese Studie integriert ein longitudinales, Multi-Nischen (Haut, Darm, Nase, Mutter) und Multi-Omics-Profiling (16S, Metagenomik, Metabolomik), um den Einfluss von Mikroben und mikrobiellen Signalwegen auf die AD-Pathogenese zu entschlüsseln. Durch die Verknüpfung taxonomischer Verschiebungen mit funktionellen metabolischen Ergebnissen (z. B. SCFA-Defiziten) wollen wir auch die Mechanismen der zugrunde liegenden Immundysregulation bei AD aufklären. Dies wird es uns ermöglichen, mikrobielle und metabolische Biomarker zu identifizieren, die für die AD-Anfälligkeit prädiktiv sind, den Beitrag der Mütter zum AD-Risiko der Säuglinge zu klären und die Rolle der Übertragung von Erregern von der Nase zur Haut bei der AD-Entwicklung zu untersuchen. Wir werden auch das komplexe Zusammenspiel zwischen kommensalen Hautresidenten (SCRs) und dysbiotischen Residenten (SDRs) im Kontext der AD untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf ihrem Einfluss auf die frühe Immundysregulation und die Dysfunktion der Hautbarriere liegt. Diese Forschung schließt eine kritische Lücke im Verständnis der frühen AD-Pathogenese und der dysbiose-gesteuerten Barriere-/Immundysregulationen und bietet somit einen robusten translationalen Rahmen für die Entwicklung früher, mikrobiombasierter Interventionsstrategien zur Behandlung von AD.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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