Detailseite
Projekt Druckansicht

Determinanten der Einführung neuer Heiztechnologien in der Wärmewende (HEAT)

Fachliche Zuordnung Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 580318852
 
Dieses Forschungsprojekt untersucht die Determinanten der Einführung neuer Heiztechnologien im Rahmen der Wärmewende sowie die Rolle staatlicher Politikmaßnahmen. Es kombiniert quasi-experimentelle Methoden, strukturelle Modellierung und ein Umfrageexperiment, um ein umfassendes Verständnis der Faktoren zu gewinnen, die die Technologieeinführung prägen. Ein neuartiger administrativer Datensatz zu Anträgen auf Fördermittel im zentralen Bundesprogramm für erneuerbares Heizen ermöglicht die Analyse der Wirkung verschiedener Ausgestaltungsmerkmale von Förderprogrammen. Ergänzend werden groß angelegte Befragungsdaten zu Ausbildung, Wissen und Überzeugungen von Energieexpertinnen und -experten (Beraterinnen, Beratern und Fachkräften) erhoben, die Haushalte bei Heizungsentscheidungen unterstützen. Das Projekt gliedert sich in vier Arbeitspakete. In Arbeitspaket 1 werden verschiedene Datensätze aus administrativen Quellen, den statistischen Ämtern und öffentlich zugänglichen Informationen zusammengeführt und aufbereitet. Deskriptive Analysen zeigen die Entwicklungen im Markt für erneuerbare Heiztechnologien der letzten rund 20 Jahre auf. Auf dieser Grundlage untersuchen die folgenden Arbeitspakete die zentralen Treiber der Technologieeinführung. Arbeitspaket 2 analysiert mit quasi-experimentellen ökonometrischen Methoden den Einfluss der Ausgestaltung öffentlicher Förderprogramme auf Investitionsentscheidungen privater Haushalte. Mehrfache Reformen der Förderbedingungen in den letzten 25 Jahren schaffen dabei erhebliche Variation in Förderhöhe, Anspruchsberechtigung und Technologieauswahl. Arbeitspaket 3 entwickelt ein strukturelles Nachfragemodell für Heiztechnologien, das politische Rahmenbedingungen und Energiepreise nutzt, um zentrale Parameter der Technologieeinführung zu identifizieren. Aufbauend auf einem dynamischen "Discrete Choice"-Modell werden kontrafaktische Szenarien – etwa ein Verbot fossiler Heizsysteme – simuliert, um die Wohlfahrts- und Verteilungseffekte alternativer Politiken zu quantifizieren. Arbeitspaket 4 untersucht schließlich die Rolle von Energieexpertinnen und -experten in der Wärmewende. Während Investitionsentscheidungen durch „harte“ monetäre Faktoren beeinflusst werden, spielt Beratung als „weicher“ Faktor ebenfalls eine zentrale Rolle. Da Haushalte häufig unzureichend informiert sind, kann fachkundige Beratung – wie sie für viele Förderprogramme verpflichtend ist – zu besseren Entscheidungen beitragen. Beratung ist jedoch nicht immer neutral: Die eigenen Überzeugungen und Geschäftsmodelle der Expertinnen und Experten können Empfehlungen verzerren. In manchen Fällen agieren sie eher als Bewahrende des Status quo denn als Treiber des Wandels. Um diese Mechanismen zu untersuchen, wird ein groß angelegtes Vignettenexperiment unter Energieexpertinnen und -experten in Deutschland durchgeführt.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Schweiz
Kooperationspartnerin Dr. Bettina Chlond
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung