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Die Wirkung von Inkretin-basierten Medikamenten auf die Skelettmuskelhomöostase während der sarkopenen Adipositas
Antragsteller
Dr. Aniket Sunil Joshi, Ph.D.
Fachliche Zuordnung
Anatomie und Physiologie
Gerontobiologie und Geriatrie
Gerontobiologie und Geriatrie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 580751061
Laut der WHO leiden über 50% der globalen Bevölkerung an Übergewicht oder Adipositas. Inkretin-Mimetika, darunter der GLP-1-Rezeptor-Agonist Semaglutid (Ozempic/Wegovy) sowie neuartige Polyagonisten (z. B. Retatrutid), stellen vielversprechende Wirkstoffe zur Behandlung von Adipositas dar. Obwohl diese Therapien bei adipösen Erwachsenen wirksam die Fettmasse reduzieren, deuten einige klinische Studien auf einen unverhältnismäßigen Verlust an fettfreier Körpermasse hin, die hauptsächlich aus der Skelettmuskulatur besteht. Darüber hinaus führt das Absetzen inkretinbasierter Therapien häufig zur Wiederzunahme des Körpergewichts, oft in Kombination mit ungünstigen kardiometabolischen Effekten. Bemerkenswerterweise konzentrieren sich die meisten bisherigen klinischen und präklinischen Studien auf mittelalte Populationen, wodurch eine erhebliche Wissenslücke hinsichtlich der Auswirkungen bei älteren Individuen besteht. Ältere Menschen stellen jedoch eine Bevölkerungsgruppe dar, die besonders stark von Adipositas betroffen ist. Anhand eines Mausmodells für ernährungsbedingte Fettleibigkeit untersucht dieses Projekt, ob Inkretin-Mimetika bei älteren, adipösen Mäusen stärkere Wirkungen auf die Skelettmuskelmasse und -funktion haben als bei jüngeren Tieren (Ziel 1). Zudem untersuchen wir, ob Therapieabbruch und Gewichtsschwankungen die Muskelqualität beeinflussen (Ziel 2). Um die Rolle von Inkretin-Mimetika beim Erhalt der Muskelmasse während vorübergehender Immobilisation zu untersuchen, analysieren wir, ob die Medikamente die Muskelatrophie während der Ruhigstellung durch einen Gips verstärken (Ziel 3) beziehungsweise die Regeneration der Muskelmasse nach Gipsentfernung verzögern (Ziel 4). Zusätzlich werden die Effekte von Inkretin-Mimetika auf primäre humane und murine Muskelzellen während und nach der Differenzierung untersucht sowie geprüft, ob artspezifische Unterschiede in der GLP-1-Rezeptor-Expression zu divergenten Effekten führen. Insgesamt wird unsere Studie neue Erkenntnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit von Inkretin-Mimetika im Kontext der sarkopenen Adipositas liefern und potenziell klinische Studien anstoßen, die zu angepassten Therapieempfehlungen führen könnten.
DFG-Verfahren
Stelle
