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Die Effekte von nicht-kognitiven Fähigkeiten für das Lohnwachstum und die Rolle von Berufen und Firmen

Antragsteller Professor Dr. Peter Haan
Fachliche Zuordnung Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 581026568
 
Das Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, die Auswirkungen nicht-kognitiver Fähigkeiten auf individuelles Lohnwachstum und die Einkommensentwicklung in verschiedenen Berufen und Unternehmen zu analysieren und zu quantifizieren, wie sich die Effekte nach berufs- und unternehmensspezifischen Qualifikationsanforderungen unterscheiden. Darüber hinaus untersuchen wir, wie nicht-kognitive Fähigkeiten die Berufswahl über den Lebenszyklus beeinflussen, und analysieren das Potenzial von Bildungsreformen sowie Steuer- und Transferreformen zur Unterstützung von Lohnwachstum. Damit leistet unsere Forschung einen Beitrag zur Literatur über die Heterogenität der Einkommen, und die Entwicklung von Lohnwachstums und Ungleichheit. Im Gegensatz zu früheren Arbeiten, die sich in erster Linie auf die Rolle sozialer Kompetenzen konzentrieren, erweitern wir die Analyse auf eine multidimensionale Perspektive von nicht-kognitiven Fähigkeiten, indem wir zusätzlich Gewissenhaftigkeit und Resilienz einbeziehen, sowohl hinsichtlich von Lohneffekten als auch auf der Qualifikationsanforderungen auf Berufs- und Unternehmensebene. Eine zentrale Grundlage für alle Analysen ist eine neu verknüpfte Datenquelle: das SOEP-ADIAB, das umfangreiche Erhebungsdaten zu nicht-kognitiven Fähigkeiten mit administrativen Sozialversicherungsdaten kombiniert. Der Antrag gliedert sich in drei Projekte. Im ersten Projekt entwickeln wir neue empirische Indikatoren zur Charakterisierung von Unterschieden in Qualifikationsanforderungen auf Berufs- und Unternehmensebene. Wir nutzen die BIBB/IAB- und BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung zu Arbeit und Beruf im Wandel, sowie die BERUFENET-Expertendatenbank und erweitern bestehende methodische Ansätze zur Operationalisierung von Aufgabeninhalten. Zusätzlich konstruieren wir Maße für die Heterogenität am Arbeitsplatz anhand der SOEP-ADIAB Daten. Im Projekt 2 verwenden wir die SOEP-ADIAB-Daten, um die Lohneffekte verschiedener Maße nicht-kognitiver Fähigkeiten und deren Interaktion mit berufs- und unternehmensspezifischen Qualifikationsanforderungen zu schätzen. Für die Identifikation nutzen wir Wechsel zwischen Berufen und Unternehmen, um individuelle und arbeitgeberbezogene Effekte zu isolieren. Im dritten Projekt entwickeln wir ein strukturelles Lebenszyklusmodell der Berufswahl, um die Auswirkungen nicht-kognitiver Fähigkeiten auf Beschäftigung, Arbeitserträgen und Einkommen über das Arbeitsleben zu analysieren. Das Modell berücksichtigt Lernprozesse über den Wert nicht-kognitiver Fähigkeiten im Lebensverlauf und kombiniert Elemente wie Haushaltsdynamiken und Arbeitsmarktfriktionen, um beobachtete Muster in Einkommensverläufen und Arbeitsangebotsverhalten präzise abzubilden. Auf Basis dieses Modells führen wir Simulationen durch, um zu quantifizieren, wie Bildungsreformen und Reformen des Steuer- und Transfersystems die Lebenseinkünfte für Individuen mit unterschiedlichen Profilen nicht-kognitiver Fähigkeiten verbessern können.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Großbritannien
Kooperationspartner Professor Dr. Richard Blundell
 
 

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