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Hebelpunkte für nachhaltige und widerstandsfähige Agrar- und Lebensmittelwertschöpfungsketten in Zeiten multipler Krisen

Antragstellerin Dr. Thi Thu Giang Luu
Fachliche Zuordnung Agrarökonomie, Agrarpolitik, Agrarsoziologie
Humangeographie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 584144873
 
Dieses Projekt fördert das konzeptionelle, methodische und empirische Verständnis von Hebelpunkten für Nachhaltigkeit und Resilienz in Agrar- und Lebensmittelwertschöpfungsketten (LWK) unter multiplen Krisen. LWKs sind zunehmend durch Krisen wie Klimawandel, geopolitische Spannungen, Lieferstörungen und Krankheitsausbrüche belastet. Dies erfordert Ansätze, die sowohl Nachhaltigkeit als auch Resilienz betrachten und deren Synergien und Zielkonflikte berücksichtigen. Das Konzept der Hebelpunkte–d.h. Punkte in komplexen Systemen, an denen eine kleine Änderung zu systemischen Veränderungen führen kann–bietet eine wirkungsvolle Perspektive solche Punkte in den LWK zu identifizieren, ihre Wirkung zu erklären und Handlungsstrategien aufzuzeigen. In LWK können dies bspw. Parameteranpassungen sein (z. B. das Vorhalten großer Lagerbestände), Rückkopplungsschleifen (z. B. leistungsabhängige Anreize), strukturelle Rekonfigurationen (z. B. der territorialen Organisation der Agrar- und Lebensmittelversorgung) und Paradigmenwechsel (z. B. das Streben nach Zielen der Kreislaufwirtschaft). Allerdings können Resilienz- und Nachhaltigkeitsstrategien in Konflikt geraten; z. B. erhöht das Vorhalten großer Sicherheitsbestände die Resilienz gegenüber Lieferunterbrechungen, steigert jedoch den Ressourcenverbrauch und die Lageremissionen. Die Forschung zu Hebelpunkten in LWK ist bisher begrenzt und behandelt Nachhaltigkeit und Resilienz oft separat voneinander. Hier setzt dieses Projekt an. Geleitet von der übergeordneten Forschungsfrage–Welche konzeptionellen und methodischen Implikationen, sowie empirischen Erkenntnisse, bietet der Ansatz von Hebelpunkten im Kontext von Nachhaltigkeit und Resilienz von LWK in Zeiten multipler Krisen?–adaptiert das Projekt das Eisbergmodell als konzeptionelle Grundlage für Systemverständnis und die Identifizierung von Hebelpunkten. Diese konzeptionellen Grundlagen werden in Bezug auf Nachhaltigkeit, Resilienz, LWK und Krisenperspektiven interpretiert und methodisch und empirisch angewandt. Das Projekt wird seine Ziele durch drei miteinander verknüpfte Arbeitspakete verfolgen: WP1: Konzeptionelle Weiterentwicklung von Hebelpunkten im Nexus von Nachhaltigkeit und Resilienz in LWK unter multiplen Krisen. WP2: Einordnung von Methoden und Werkzeuge zum Identifizieren, Handeln und Bewerten von Hebelpunkten. WP3: Durchführung einer empirischen Fallstudie einer deutsch-vietnamischen LWK, sowie kritische Reflektion konzeptioneller Grundlagen (WP1) und ausgewählter Methoden und Werkzeuge (WP2). Mein Forschungshintergrund umfasst Arbeiten zu Innovationen in Agrar- und Ernährungssystemen, Klimaresilienz und Katastrophenrisikomanagement, mit einem Schwerpunkt auf Hebelpunkten in komplexen Systemen. Dieses Projekt baut auf diesen Erfahrungen auf und ist ein wichtiger Schritt, um mich in Deutschland als anerkannte Postdoc-Forscherin im Bereich Systemtransformation zu positionieren.
DFG-Verfahren Stelle
 
 

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