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Die Rolle neuronaler Proteine bei der Entwicklung epithelialer Ovarialkarzinome

Antragstellerin Dr. Charlotte Sachs
Fachliche Zuordnung Gynäkologie und Geburtshilfe
Hämatologie, Onkologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 585996725
 
Das low-grade seröse Ovarialkarzinom (LGSOC) stellt eine seltene, jedoch klinisch besonders herausfordernde Form des epithelialen Eierstockkrebses dar. Es betrifft häufig jüngere Patientinnen, ist durch eine ausgeprägte Chemoresistenz gekennzeichnet und verläuft typischerweise chronisch mit wiederholten Rezidiven. Häufig entstehen LGSOC aus serösen Borderline-Tumoren (SBT), die als nicht invasive Vorläuferläsionen gelten. Die biologischen Mechanismen, die den Übergang von frühen, nicht invasiven Vorläuferläsionen zu einem invasiven Tumor steuern, sind bislang nur unzureichend verstanden und stellen eine wesentliche Wissenslücke in der Ovarialkarzinomforschung dar. Ziel des beantragten Vorhabens ist es, neue molekulare Programme zu identifizieren und funktionell zu charakterisieren, die zur malignen Progression vom serösen Borderline-Tumor zum niedriggradig serösen Ovarialkarzinom beitragen. Aufbauend auf aktuellen Vorarbeiten soll untersucht werden, inwieweit während dieses Progressionsprozesses neuronale Proteine aberrant aktiviert werden und dadurch invasive und metastatische Eigenschaften von Tumorzellen fördern. Erste Daten weisen darauf hin, dass solche Proteine, die ursprünglich für Entwicklungs- und Funktionsprozesse des Nervensystems beschrieben wurden, im Verlauf der Tumorentwicklung gezielt reaktiviert werden. Ein zentraler Fokus des Projekts liegt auf dem neuronalen RNA-Splicingfaktor NOVA2, der ausschließlich in LGSOC jedoch nicht in SBT exprimiert wird und in experimentellen Modellen das Tumorwachstum, die Zellmigration und die Invasivität fördert. Ziel ist es, die durch NOVA2 regulierten molekularen Netzwerke zu identifizieren und deren funktionelle Bedeutung für die Tumorprogression systematisch zu untersuchen. Hierzu sollen humanes Tumorgewebe sowie etablierte Zell-, Gewebe- und Tiermodelle eingesetzt werden, in denen die Aktivität neuronaler Proteine gezielt moduliert wird. Auf diese Weise sollen deren Auswirkungen auf Tumorwachstum, Invasion, Wechselwirkungen mit dem Tumorstroma und Metastasierung analysiert werden. Langfristig zielt das Vorhaben darauf ab, ein vertieftes mechanistisches Verständnis der Progression des LGSOC zu erlangen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage für die Identifikation neuer Biomarker zur Risikostratifizierung sowie für die Entwicklung innovativer, zielgerichteter Therapieansätze schaffen und damit perspektivisch zu einer verbesserten Versorgung betroffener Patientinnen beitragen.
DFG-Verfahren Stipendium
Internationaler Bezug USA
 
 

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