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Kollektive Entscheidungsfindung in der (Tier-)Kriegsführung

Antragstellerin Dr. Mirjam Borger
Fachliche Zuordnung Biologie des Verhaltens und der Sinne
Evolution, Anthropologie
Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 587131517
 
Krieg, allgemein definiert als tödlicher oder schädigender Konflikt zwischen Gruppen, beinhaltet typischerweise intensive Kämpfe zwischen Gruppen, oft mit dem Ziel, Ressourcen (z. B. Nahrung, Land, Individuen) anderer Gruppen zu erobern. Krieg hat erhebliche Auswirkungen auf die Fitness von Individuen und Gruppen und wirkt sich stark auf Gesellschaften aus. Das Verständnis der biologischen Gründe für die Eskalation von Konflikten zwischen sozialen Gruppen zu Kriegen ist daher aus wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht wichtig. Frühere Theorien legen nahe, dass die Mechanismen, mit denen Individuen kollektive Entscheidungen treffen, einen großen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Konflikteskalation haben. Diese Entscheidungsmechanismen wurden jedoch bisher weder in evolutionären Modellen noch in anderen Kontexten als Krieg untersucht. Ziel dieser Studie ist es, den Einfluss von Entscheidungsmechanismen auf die Evolution von Krieg zu untersuchen. Dazu werden wir analytische Modelle und individuenbasierte Simulationen verwenden, um Vorhersagen zu treffen und unser allgemeines Verständnis von Entscheidungsprozessen in Kriegen zu verbessern. Um unsere Ergebnisse verständlich zu vermitteln, werden wir in Zusammenarbeit mit empirischen Forschern einen Übersichtsartikel (perspective paper) verfassen. Dieser verknüpft unsere Modellergebnisse mit empirischen Forschungsergebnissen und gibt Anregungen, wie die Vorhersagen der Modelle überprüft werden können. Aufgrund meiner bisherigen Forschung an der Schnittstelle von Kooperation und Konflikt bietet mir dieses Projekt ideale Möglichkeiten, in einem der weltweit führenden Institute für theoretische Evolutionsökologie zu forschen. Ich werde essenzielle Kenntnisse in der Entwicklung analytischer Modelle erwerben und gleichzeitig meine Expertise in individuenbasierten Simulationen einbringen. Zudem eröffnen sich mir zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten, um zukünftig eine eigene Arbeitsgruppe aufzubauen. Die von uns entwickelte Herangehensweise für kollektive Entscheidungsfindung wird die Forschung zu Sozialität und Gruppenleben maßgeblich beeinflussen.
DFG-Verfahren Stelle
 
 

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