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Divergente Systeme, konvergierende Herausforderungen: Eine vergleichende Analyse gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen und der psychischen Gesundheit von Geflüchteten in Deutschland und dem Vereinigten Königreich

Antragstellerin Dr. Khatia Antia
Fachliche Zuordnung Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 587408173
 
Geflüchtete in Europa leiden häufig unter psychischen Erkrankungen wie posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen und Angststörungen, haben jedoch oft keinen Zugang zu adäquater Versorgung. Deutschland und das Vereinigte Königreich – zwei für Migranten maßgebliche europäische Zielländer mit vergleichbaren wirtschaftlichen Kapazitäten, jedoch unterschiedlichen Gesundheits- und Sozialsystemen – erkennen psychische Gesundheit als kritischen, aber ungedeckten Bedarf bei Geflüchteten an. Divergierende Politikansätze wie in diesen beiden Ländern stellen einen wertvollen Gegenstand für vergleichende Analysen dar. Ziel des Projekts: Dieses zweijährige Postdoc-Projekt untersucht, wie rechtliche und politische Rahmenbedingungen als strukturelle Determinanten der psychischen Gesundheit von Geflüchteten in Deutschland und Großbritannien wirken. Es bewertet, ob bestehende Politiken soziale Determinanten der psychischen Gesundheit adressieren, und entwickelt ein theoretisches Modell, das zeigt, wie rechtliche, institutionelle und kontextuelle Faktoren in unterschiedlichen Wohlfahrtssystemen Einfluss auf die psychische Gesundheit nehmen. Zentrale Ziele: (i) Identifikation und Kartierung nationaler und regionaler Politiken zur psychischen Gesundheit Geflüchteter unter Verwendung sozialer Determinanten-Frameworks bzw. Theorien; (ii) Erfassen gelebter Erfahrungen von Geflüchteten bezüglich des Einflusses von Politiken auf Versorgungszugang und psychisches Wohlbefinden während und nach dem Asylverfahren; (iii) Analyse von Stakeholder-Perspektiven (Politikgestalter, Wissenschaftler, Versorgungsanbieter) dazu, wie einschlägige Politiken den Zugang zur psychischen Gesundheitsversorgung für Asylsuchende und Geflüchtete beeinflussen; (iv) Gemeinsame Entwicklung eines praxisorientierten Modells zur Interaktion rechtlicher und kontextueller Faktoren mit psychischen Gesundheitsoutcomes. Methoden (drei Arbeitspakete): WP1: Systematisches Scoping-Review von Fachliteratur, Grauer Literatur und relevanten Politikdokumenten zur Politik-Kartierung und Identifikation von Lücken. WP2: Qualitative Feldarbeit mit Tiefeninterviews in beiden Ländern mit Geflüchteten, Versorgungsanbietern und Politikgestaltern zur Erfassung gelebter Erfahrungen. WP3: Theory-of-Change-Workshops (eines pro Land) mit Stakeholdern zur Synthese der Ergebnisse für die Ausarbeitung potenzieller Wirkmechanismen. Im Rahmen des Projekts entstehen peer-reviewte Publikationen, ein Policy Brief für Zielgruppen in Deutschland und Großbritannien sowie Konferenzbeiträge. Es stärkt die Zusammenarbeit zwischen der School of Public Health der Universität Bielefeld (Wirtschaftsstelle) und dem Department of Health Services Research and Policy der London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM), führende Institutionen im Bereich von Gesundheitssystemen und der Migranten-Gesundheitsforschung.
DFG-Verfahren Stelle
 
 

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