Sicherung, Erschließung und Digitalisierung der schriftlichen Nachlässe im Archiv des Georg-Kolbe-Museums und deren Anbindung an das Fachportal Kalliope.
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Oftmals wird es der Forschung schwergemacht, verwertbare Informationen über kleine und dennoch wichtige Nachlassbestände in Museen zu erlangen. Ein Beispiel dafür bot lange Zeit das Archiv des Georg-Kolbe-Museums mit seinem reichhaltigen Material zur Erforschung der Bildhauerei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bis vor kurzem konnten diese nur von einem kleinen Kreis von Forschern in mühevoller Recherche vor Ort ermittelt werden, da die Bestände bislang nur partiell und uneinheitlich konventionell erschlossen waren. Um zukünftig einen möglichst großen Kreis von Forschern über die wissenschaftsrelevante Quellensammlung des Georg-Kolbe-Museums zu informieren, wurden im Rahmen des DFG-Projekts zunächst alle schriftlichen Archivalien in angemessener Tiefe geordnet und elektronisch erschlossen. Die Verzeichnung sollte nicht, wie meist üblich, in einer eigenen Datenbank, sondern direkt und ohne Umwege in das internetbasierte Erfassungs- und Nachweissystem Kalliope erfolgen. Zu den Besonderheiten des Projekts zählt es, dass es die Ergebnisse der jahrzehntelangen Forschung im Georg-Kolbe-Museum mit in die Auswertung der Korrespondenzen hat einfließen lassen. So erfolgte eine wissenschaftliche Tiefenerschließung von Dokumenten, die Werkbezüge enthalten oder andere wichtige Hinweise liefern, die der Provenienz-Forschung dienlich sind. Weiterhin hervorzuheben ist die Digitalisierung von ca. 125 besonders interessanten Briefen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden. Diese wurden auf der Museums-Website im Bereich „Digitale Sammlung" abgelegt und mit den entsprechenden Briefdaten in Kalliope verlinkt. Die positive öffentliche Resonanz auf das hier vorgestellte Erschließungsprojekt macht einmal mehr deutlich, wie wichtig es besonders für kleinere Institutionen ist, die Zusammenarbeit mit übergeordneten Fachportalen zu suchen. Das Ziel, das Georg-Kolbe-Museum als übergreifende Sammel- und Forschungsstätte für die deutsche Bildhauerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu etablieren, hat diese Kooperation nachhaltig unterstützt.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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November 2009, Fachtagung „Erschließung von Nachlässen" in der UB-Göttingen: „Die Erschließung der schriftlichen Nachlässe von Georg Kolbe und Richard Scheibe. Erfahrungsbericht über ein One-Person-Projekt im Georg-Kolbe-Museum"
Carolin Jahn
