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Anonymus Casmiriensis: „Weg zur Befreiung“ (Moksopaya) in 30.000 Versen. Abschluß der Historisch-kritischen Gesamtedition des Mokṣopāya durch Fertigstellung der beiden letzten noch ausstehenden Teilbände

Fachliche Zuordnung Asienbezogene Wissenschaften
Förderung Förderung von 2006 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 24204086
 
Abschluß der Historisch-kritischen Gesamtausgabe des Mokṣopāya als zwei Teilbände Nr. 7 von insgesamt jeweils 7 Teilbänden Text und Übersetzung, ergänzt um Stellenkonkordanzen.Der Moksopaya („Weg zur Befreiung“), ein erlösungsdidaktisches Werk im Umfang von 30.000 Strophen eines kaschmirischen Anonymus aus der Mitte des 10. Jh.s, begründet auf der Basis philosophisch unikaler Ideen einen in der indischen Geistesgeschichte einzigartigen Welterklärungsentwurf, der unter expliziter Zurückweisung des blinden Glaubens an autoritative Überlieferungen entwickelt wurde. Vor Entdeckung und Nutzbarmachung (Slaje 1994 ff) der kaschmirischen Rezension, in deren Variantenbestand sich die ursprüngliche Werkfassung verbirgt, wurde dieses nach Form und Inhalt außergewöhnliche philosophische Literaturwerk in Indien und Europa ausschließlich in einer späten, durch mehrere Redaktionsschübe tendenziös veränderten Vulgata–Rezension (‛Yogavasistha’) rezipiert. Die formale und geistige Gestalt des Moksopaya selbst wurde dadurch allerdings aus der pan–indischen Wahrnehmung ausgeblendet und geriet allmählich in Vergessen-heit. Dieses unter den Sprach- und Texttrümmern des Yogavasistha verschüttete Monument indischer Philosophie und Schöner Literatur soll nun zum ersten Mal in seinem in den Lesarten der kaschmirischen Rezension bewahrten und von lokalen Handschriften überlieferten Originalwortlaut ediert und dadurch ein unikaler philosophischer Kopf und geistreicher Poet für eine Universalge-schichte philosophischer und soteriologischer Ideen gesichert werden. Lediglich mit Hilfe einer historisch-kritischen Gesamtedition, die mittels des textkritisch wiederhergestellten Wortlauts auch die verlorengegangenen Ideen und sprachlichen Idiosynkrasien dieses kaschmirischen Autors aus dem indischen Mittelalter zu konstituieren vermag, werden sich diese – flankiert von einer philologisch annotierten Übersetzung – in ihren inneren Zusammenhängen erschließen, deuten und sodann in eine global erweiterte Universalgeschichte der Ideen und der Literatur einordnen lassen. Darüber hinaus sind neue und vertiefte Erkenntnisse vor allem auch zu erwarten für: Wortschatz und Linguistik (regionales Sanskrit), Philosophiegeschichte, Religionssoziologie (vita activa contra vita con-templativa), Universalgeschichte (indischer Erlösungsrationalismus, Ansätze zu Aufklärungsideen), Literatur (stoffliche Neuschöpfungen, Einsatz von Stilmitteln), Kultur– und Realienkunde des mittel-alterlichen Kaschmir.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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