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Geschichte der Ruhrgebietsliteratur seit 1960

Fachliche Zuordnung Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung Förderung von 2014 bis 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 260178465
 
Auf der Rückseite der Beschäftigung mit Phänomenen der Globalisierung sind in den letzten Jahren auch Regionen und ihre Literaturen wieder verstärkt zum Gegenstand literatur- und kulturwissenschaftlicher Forschung geworden. Dabei stellt sowohl der Blick in Richtung ‚Regionalität’ als auch der in Richtung ‚Globalität’ die Grenzen des für die traditionelle Literaturgeschichtsschreibung so wichtigen Bezugsrahmens nationaler Literaturen und Philologien infrage. Nötig sind solche Über- bzw. Unterschreitungen des nationalen Rahmens, weil Konzepte von Regionalität und damit auch jede regionale Literaturgeschichtsschreibung heute nicht mehr ohne Bezug auf Prozesse der Globalisierung entwickelt werden können. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn man es mit regionalen Ballungsräumen zu tun hat, die konstitutive Merkmale von Globalisierung in der Regionalität aufweisen. Damit hebt das Ruhrgebiet als regionaler Raum den »klassisch-asymmetrische[n] Binarismus von ›Metropole versus Provinz‹« tendenziell ebenso auf wie den von ›Globalität versus Regionalität‹.Vor diesem Hintergrund war das seit Februar 2015 (und bis Januar 2018) geförderte Projekt "Literaturgeschichte des Ruhrgebiets seit 1960" vor die Aufgabe gestellt, einen theoretisch-methodischen Zugriff und zugleich eine Darstellungsform zu entwickeln, die der Globalität in der Regionalität ebenso Rechnung trägt wie der regional-räumlichen Komponente, um am Ende sowohl ein übertragbares Modell regionaler Literaturgeschichtsschreibung als auch die konkrete Fallstudie zur Ruhrgebietsliteratur vorzulegen. Das theoretisch-methodische Konzept wurde inzwischen weiterentwickelt, im Rahmen eines Workshops mit Experten für regionale Literatur diskutiert und in der Projektarbeit erfolgreich erprobt; der größte Teil der im Antrag zur ersten Projektphase avisierten Knotenpunkt-Artikel ist fertiggestellt.Bei den Materialrecherchen, der Durchsicht ausgewählter Archivbestände und von Dokumenten zur Rezeption wurden aber auch einige mit den bisher verfolgten Knotenpunkten noch nicht abgedeckte Felder der Ruhrgebietsliteratur sichtbar, die in insgesamt sechs weiteren Knotenpunkt-Artikeln mit je ca. 40 bis 60 Seiten Umfang in den jetzt beantragten elf Monaten für das Projekt abschließend erarbeitet werden sollen: (a) Institutionalisierung der Ruhrgebietsliteratur (Verlage, Literaturbüros, Literaturpreis Ruhr, Zeitschriften, Schriftenreihen, Poetik-Dozentur); (b) Migrantenliteratur im Ruhrgebiet; (c) Von Tegtmeier zu Knebel: Komödie, Kabarett, Comedy & Co; (d) Vom Ereignis ›68‹ inspirierte politische Literatur: Franz Josef Degenhardt, Urs Jaeggi, Erasmus Schöfer, Jürgen Link; (e) Pop-Literatur im Ruhrgebiet und (f) Radiophone Ruhrgebietsliteratur seit den 1960er Jahren (Hörspiele etc.).
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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