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FOR 2419:  Plasticity versus Stability - Molecular Mechanisms of Synaptic Strength

Fachliche Zuordnung Medizin
Förderung Förderung von 2015 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 278170285
 
Das Prozessieren, Speichern und Abrufen von Informationen im Gehirn wird von neuronalen Netzwerken bewerkstelligt, deren Elemente durch Synapsen verschaltet sind. Die grobe Struktur synaptischer Netzwerke kann über viele Jahre stabil sein, aber die Stärke einzelner Synapsen verändert sich im Minutentakt, um Lern- und Gedächtnisprozesse und die damit verbundenen kognitiven Funktionen zu ermöglichen. Diese aktivitätsabhängigen Veränderungen der Struktur und Funktion einzelner Synapsen werden zusammenfassend als synaptische Plastizität bezeichnet. Die molekularen Bausteine jeder Synapse werden ständig ausgetauscht, dennoch können wir Gedächtnisinhalte jahrzehntelang speichern. Wie dabei die Balance zwischen synaptischer Plastizität und Stabilität aufrechterhalten wird, ist weitgehend unverstanden. Es ist zum Beispiel nicht klar, wie die Aktivierung beziehungsweise Inaktivierung von Synapsen das Fließgleichgewicht synaptischer Moleküle reguliert, welches für die Langzeitstabilität dendritischer Dornfortsätze (‚spines‘) von Bedeutung ist. Mehr und mehr kognitive und psychiatrische Erkrankungen, zum Beispiel Schizophrenie sowie bestimmte Formen von Autismus, werden heute auf fehlerhafte Regulation von Synapsen zurückgeführt (sog. Synaptopathien). Die DFG Forschungsgruppe FOR 2419 wendet anatomische, biochemische, physiologische, genetische und optogenetische Methoden an, um den Konflikt zwischen Plastizität und Stabilität auf der Ebene neuronaler Synapsen zu untersuchen. Der Zusammenschluss der Arbeitsgruppen vereint Expertise in den molekularen, zellulären und systemischen Neurowissenschaften, um die Frage zu beantworten, wie stabile synaptische Transmission trotz des konstanten Austauschs synaptischer Komponenten möglich ist. Eine Fokussierung auf den intrazellulären Transport von mRNAs, Proteinen und Organellen erlaubt uns, die molekularen und zellulären Prozesse zu untersuchen, die der synaptischen Überlebensrate und damit letztendlich auch dem Gedächtnis zugrunde liegen. Unsere Forschung trägt zum Verständnis der Frage bei, in wie weit unsere Persönlichkeit durch Umwelteinflüsse geformt wird, und schafft eine Basis, um die Genese neuronaler Erkrankungen besser zu verstehen.
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