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Der Briefwechsel zwischen Adolf Harnack und Friedrich Althoff (1886-1908). Edition, Einleitung, Kommentar und Register

Fachliche Zuordnung Wissenschaftsgeschichte
Evangelische Theologie
Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung Förderung von 2017 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 320628980
 
Gegenstand des Vorhabens ist die Edition des Briefwechsels zwischen Friedrich Althoff und Adolf Harnack (1886-1908) mit Einleitung, Kommentierung und Register. Der Briefwechsel umfasst nach derzeitigem Stand 338 Briefe (245 von Harnack und 93 von Althoff), die sämtlich bereits in Transkription und elektronischer Form vorliegen. Althoff war als Leiter der ersten Unterrichtsabteilung zuständig für Hochschulen, Bibliotheken, Museen, die Denkmalpflege und das höhere Schulwesen in Preußen. Harnack hinwiederum gehörte zu den einflussreichsten Wissenschaftlern und Gelehrtenpolitikern des Wilhelminismus. Der Briefwechsel behandelt daher Themen der Wissenschafts-, Bildungs-, Universitäts-, Politik- und Mentalitätsgeschichte der Zeit. Es handelt sich somit um eine erstrangige Quelle, mit deren Hilfe sich historische Fragestellungen unterschiedlicher Fachrichtungen erhellen lassen. Die Publikation der Korrespondenz ist deshalb für den wissenschaftsgeschichtlich interessierten Theologen ebenso einschlägig wie für den Neuhistoriker und den bildungs- und universitätsgeschichtlich orientierten Sozialwissenschaftler. Aber auch Juristen, Verwaltungshistoriker, Mentalitätsforscher und Althistoriker sowie die Genderforschung werden ihn auswerten. Anhand des Briefwechsels, der sich über fast ein Vierteljahrhundert erstreckt, kann am Beispiel der Theologie die Expansion und Differenzierung des deutschen Hochschul- und Bildungswesens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgezeigt werden. Im Einzelnen betrifft dies erstens die zunehmende Professionalisierung und Modernisierung der Hochschulverwaltung in Form eines wachsenden Einflusses der preußischen Bürokratie auf die Universitäten, zweitens und damit zusammenhängend die staatliche Kontrolle des Berufungssystems unter Absehung von der universitären Autonomie, drittens den planvollen Ausbau von Einrichtungen für die nationale und internationale Wissenschaftskooperation, viertens die gezielte Förderung einzelner Disziplinen an den Universitäten, fünftens die Mobilisierung von Privatmitteln (Drittmitteln) zur Finanzierung universitärer und außeruniversitärer Forschung sowie schließlich sechstens das kunstvolle Beziehungsgeflecht, welches für das System Althoff typisch gewesen ist.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Schweiz
Mitverantwortlich Professor Dr. Stefan Rebenich
 
 

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