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Zeitliche Dynamiken von Diversität in Arbeitsteams

Fachliche Zuordnung Accounting und Finance
Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie
Förderung Förderung von 2016 bis 2020
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 321298269
 
Aufgrund von Trends, wie der demographischen Veränderung und der zunehmenden Erwerbsquote von Frauen, werden organisationale Arbeitsteams immer diverser. Leider hat die Feldforschung zur Teamdiversität bisher zu keinen konsistenten Ergebnissen bzgl. des Zusammenhangs zwischen Teamdiversität und Teamprozessen sowie Outcomes geführt. In diesem Forschungsprojekt argumentiere ich, dass diese Inkonsistenzen vornehmlich darauf zurückzuführen sind, dass die bestehende Teamdiversitätsforschung fast ausschließlich aus statischen Querschnittstudien besteht. Effekte von Diversität dürften aber jedoch davon abhängen, ob eine Stabilität oder ein Wandel der Teamzusammensetzung über die Zeit stattfindet. Wenn Diversität sich häufig über die Zeit verändert, dürfte dies eher zu sozialen Kategorisierungsprozessen (Subgruppenbildung und wechselseitige Diskriminierung) führen, die Teamprozesse und -ergebnisse negativ beeinflussen. Wenn hingegen die Diversität in einem Team lange zeitlich stabil ist, dürfte es eher zu positiven sozialen Interaktionen kommen, die dazu beitragen, dass wechselseitige Vorurteile abgebaut werden und die gemeinsamen Potenzial des Teams genutzt werden. Während in Simulationsstudien schon gezeigt wurde, dass diese variierende Effekte von Diversität über die Zeit bestehen können, hat bisher noch keine Feldforschung mit realen organisationalen Daten stattgefunden.Das geplante Forschungsprojekt soll diese Forschungslücke adressieren und schon bestehende Längsschnittdaten über sechs Jahre von 1.500 Teams mit 16.000 Mitarbeitern eines Service Konzerns analysieren. Für diese Teams werden vollständige Informationen über die demographische Zusammensetzung sowie objektive Leistungs- und Gesundheitsdaten vorhanden sein. Zusätzlich werden auch Daten einer jährlichen Mitarbeiterbefragung zur Verfügung stehen.Das Forschungsprojekt besteht aus einem mixed-method Design in drei Phasen. Im ersten Schritt wird eine Paneldatenanalyse durchgeführt, die es ermöglicht Aussagen, über den kausalen Zusammenhang zwischen Veränderungen in der Teamzusammensetzung und Veränderung von Teamoutcomes (Leistungs- und Gesundheitsmaße) über die Zeit zu treffen. Aufbauend auf neusten Entwicklung in der Diversitätsforschung, wird Diversität nicht als singuläres Phänomen (z.B. nur Alter) betrachten, sondern die Interaktion von verschiedenen Diversitätsdimensionen (z.B. Alter, Geschlecht und ethnischer Hintergrund) über sogenannte Faultlines gemessen. Im zweiten Schritt sollen genauere Erkenntnisse über potenzielle Rahmenbedingungen für die vermuteten Zusammenhänge, durch die Auswahl und qualitative Analyse von extremen Fällen (Teams), die entweder den Haupthypothesen entsprechend oder diesen wiedersprechen, gewonnen werden. Im dritten Schritt sollen dann Hypothesen zu potenziellen Kontextfaktoren, die aus dem qualitativen Interviews generiert werden, wiederum quantitativ mit Hilfe dreier neuer Datenerhebungen getestet werden.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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