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Vor der Kulturgeschichte: Funktionen und Dynamiken russischer Historiographie im europäischen Kontext (1750-1830)

Antragsteller Professor Dr. Jan Kusber
Fachliche Zuordnung Frühneuzeitliche Geschichte
Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 387675032
 
Ziel des hier beantragten Projektes ist die Analyse von historiographischen Texten der Sattelzeit (R. Koselleck) des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert in Russland, die als Übersetzungen, Adaptionen oder originär entstanden sind. Es geht dabei nicht um Konzeptualisierungen von Ethnos, Volk oder Nation, sondern um Konzeptualisierungen von Kultur, Vorstellungen von Kultur der Menschheit, Europas oder der Russen. Es soll erstens danach gefragt werden, ob es sich auch für den Fall des Russländischen Imperiums um eine Kulturgeschichtsschreibung schon vor der Etablierung einer professionalisierten Geschichtsschreibung gehandelt hat. Es soll zweitens analysiert werden, welche Konzepte und welche Vorstellungen aus welchen historiographischen Traditionen Europas transferiert wurden, adaptiert und wie fortentwickelt worden sind. Es wird drittens gefragt welchem Zweck diese Texte im Übergang von der Aufklärung zur Romantik dienten. Die Entwicklung einer gebildeten Öffentlichkeit und das Entstehen einer Historiographie unter den Bedingungen eines kontrollierten und zensierten Buchmarktes sind hierbei wesentliche Voraussetzungen. Methodisch geht es um die Dekonstruktion der narrativen Strategien in den Texten , um eine begriffsgeschichtliche Analyse dieser Texte und schließlich um eine Rekonstruktion der Kontexte und Akteure, auch im Sinne von intellektuellen wie politischen Netzwerken, die hinter den Texten stehen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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