Detailseite
Projekt Druckansicht

Literaturkonzepte der juristischen und politischen Eliten in den Niederlanden im 20. Jahrhundert und ihre Relevanz für Literaturgeschichtsschreibung und Feldtheorie

Fachliche Zuordnung Europäische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften
Förderung Förderung seit 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 421847035
 
Aus literaturwissenschaftlicher Perspektive finden die Auffassungen von Juristen oder Politikern von dem, was Literatur sei, in der Regel nur dann Aufmerksamkeit, wenn es zu „Skandalen“ oder gar Eingriffen in Literatur von juristischer oder politischer Seite kommt - nicht nur in den Niederlanden. Literaten, Literaturkritiker und Literaturwissenschaftler beurteilen in solchen Fällen die juristischen und politischen Positionen zu Literatur zumeist als nicht-literaturadäquat oder überholt. Eine systematische und historische Rekonstruktion der Literaturkonzepte von Politikern und Juristen fehlt bislang jedoch - auch in den Niederlanden. Hier setzt das im April 2021 gestartete DFG-Projekt des Antragstellers an, das sich in zwei Teilprojekten im Kern zum einen auf die Parlamentsdebatten in den Niederlanden im 20. Jahrhundert und zum anderen auf die Gruppe der Rechtsanwälte in Literaturprozessen in den Niederlanden konzentriert. Das Projekt wird bis August 2024 eine belastbare, systematische Rekonstruktion der Auffassungen der untersuchen Juristen und Politiker zu ihren Poetiken und zur gesellschaftlichen Position von Literatur in den Niederlanden vorlegen. Auf dieser Grundlage sollen im hier beantragten Fortsetzungsprojekt zwei Aspekte untersucht werden. Zum einen, inwiefern das etablierte Bild von der Entwicklung des literarischen Feldes in den Niederlanden präzisiert werden kann. In diesem Zusammenhang wird es auch um eventuellen Korrekturbedarf in niederländischen Literaturgeschichten gehen, sowohl was die Präsentation der politischen und juristischen Akteure als auch was die poetologischen Dominanzverhältnisse im literarischen Feld zu spezifischen historischen Zeitpunkten angeht. Zum anderen wird das Fortsetzungsprojekt einen methodisch-theoretischen Modellierungsvorschlag der Bezüge zwischen den involvierten Feldern im Rahmen des Feldes der Macht vorlegen, der den konkreten Kasus der Niederlande übersteigen und die Resultate komparatistisch und theoretisch anschlussfähig machen soll. Auf der Grundlage der vorliegenden Ergebnisse soll das zu entwickelnde Modell eine genauere relationale Analyse der Interaktionen von Literatur, Recht und Politik sowohl innerhalb als auch zwischen den jeweiligen Feldern ermöglichen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung