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Reisen als Lebensform. Isabelle Eberhardt, Reinhold Messner und Bruce Chatwin

Antragstellerin Dr. Sabine Boomers
Fachliche Zuordnung Ethnologie und Europäische Ethnologie
Förderung Förderung von 2003 bis 2004
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5414640
 
Das zur Debatte stehende Phänomen des real und metaphorisch zuverstehenden Unterwegsseins mit all seiner Last und seinenVersprechungen nimmt einen hohen Stellenwert in den sich alsflexibel entwerfenden Industriegesellschaften der westlichenWelt ein. Und zwar sowohl in seiner freiwilligen Komponente derMobilitätslust als auch in einem Mobilitätszwang, der aus ökonomischen,politischen, familiären oder persönlichen Gründennotwendig wird oder erscheint. Kernfragen der Arbeit richtensich darauf, in welcher Wechselwirkung Ausbruchs- und Aufbruchsmethaphernzwischen populären Leitfiguren im Bereich derReiseliteratur und individuell sowie touristisch Reisendenreproduziert werden und inwieweit sich hier sozial wirksameLebensmodelle herausbilden, die auf eine neue Form biographischerKontinuität zielen. Im Mittelpunkt der Studie stehen dreiProtagonisten, die ihren Lesern stellvertretend radikalisierteOptionen einer abenteuerlichen Selbstaussetzung und Selbstveränderungvorführen. Die Reisebiographien und Texte werden alsexemplarische Fälle kontinuierlich reisender Autorinnen undAutoren analysieret. Dabei werden die hetorisch-literarischenStrategien der ’Fernweh-Erzeugung’, die Inszenierung subjektiverund kollektiver Phantasien als konkrete exotische Orte undNamen herausgearbeitet. Die dabei zutage tretenden Identitätspraktikenkreisen um die Figur des Nomaden, die als eine spezifischokzidentale Phantasmagorie zu analysieren ist. IsabelleEberhardt, die um 1900 in Nordafrika reiste, ist Vorläuferineines solchen Nomadismus, der unter anderen gesellschaftlichenRahmenbedingungen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts beiBruce Chatwin und Reinhold Messner weiterentwickelt wird.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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