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Stumme Lichtzeichen. Arno Schmidt und das Kino. Eine Untersuchung zur frühen Filmrezeption.

Fachliche Zuordnung Theater- und Medienwissenschaften
Förderung Förderung von 2010 bis 2012
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 167241540
 
Die Arbeit vollzieht den Einfluß des Films auf die poetische Imagination Arno Schmidts nach und erweitert damit den Rezeptionshorizont der einschlägigen Forschung um einen bislang übersehenen Bereich. Schmidt erweist sich als genauer Betrachter von Kinoprojektionen, als ein in der literarischen Fiktion Filme virtuos collagierender Autor, der die Strategien der Zuschauerlenkung durch das technische Medium präzise zu beschreiben weiß und die Lichtspiele vor allem als eine Stätte reflektiert, die auf sinnliche Überwältigung und Wahrnehmungseroberung abzielt, deren Suggestionskraft sich freilich auch Schmidt selbst sich nicht zu entziehen vermochte: Der Film diente als Kontrasterlebnis und barg die Möglichkeit der Transzendenz. Die Kinematographie hat nicht nur Schmidts Phantasiepotenzial angeregt und seine literarischen Bildentwürfe mitgeprägt – was schwerpunktmäßig anhand von Produktionen aus der Stummfilmzeit nachgewiesen wird –, vielmehr entfaltete das technische Medium seine Wirkung zugleich in einem poetologischen Kontext. Es zeigt sich, dass Schmidts Prosatheorie implizit von einem filmisch strukturierten Bewusstsein ausgeht, daraus entsprechende Konsequenzen für die ästhetische Formensprache abgeleitet werden (Schnitt-Technik, elliptische Erzählweise usw.). Zudem lassen literarische/biographische Zeugnisse oftmals eine Grundsituation bzw. An-Ordnung bei diesem Autor erkennbar werden (ein weitgehend bewegungsloser, auf den Augensinn reduzierter Betrachter ist von etwas visuell Imaginärem gefesselt), wie sie charakteristisch für die dispositive Struktur des Kinos ist.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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