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Figurationen der Aufrichtigkeit in der Goethezeit

Antragsteller Dr. Simon Bunke
Fachliche Zuordnung Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung Förderung von 2010 bis 2017
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 180925916
 
Das Projekt wird erstmals auf breiter Materialbasis und aus interdisziplinärer Perspektive die Genese der Aufrichtigkeit als jener moralischen Kategorie rekonstruieren, die in der Goethezeit zu einem zentralen kulturellen Wert geworden und dies bis heute geblieben ist. Ausgangspunkt bildet die historische Semantik, die Aufrichtigkeit als ethische Pflicht des Subjekts definiert, wonach alle verbalen wie nonverbalen Äußerungen anderen gegenüber stets mit den eigenen Gedanken und Gefühlen übereinstimmen sollen. Die Gruppe wird in ihrem ersten Teilprojekt (Philosophie) die Grundlagen der Aufrichtigkeit in der Moralphilosophie, aber auch in Theologie, Moralischen Wochenschriften, Verhaltenslehren und Anthropologie untersuchen. Das zweite Teilprojekt (Germanistik) analysiert die Wechselwirkungen zwischen diesen Grundlagen und der deutschen Literatur der Goethezeit in zehn exemplarischen Bereichen (Vorformen, Empfindsamkeit, Schauspieltheorie, Dramenmonologe, Genieästhetik, Erlebnislyrik, Hofkritik, Weimarer Klassik I/II, Romantik). Da diese literarischen Imaginationen zudem wesentliche Impulse aus der französischen, aber auch aus der englischen Literatur erhalten haben, widmet sich das dritte Teilprojekt (Komparatistik) dem Problem der Aufrichtigkeit in der europäischen Literatur, insbesondere bei Rousseau.
DFG-Verfahren Emmy Noether-Nachwuchsgruppen
 
 

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