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Traumbewusstsein - Dream Consciousness
Antragstellerin
Privatdozentin Ursula Voss, Ph.D.
Fachliche Zuordnung
Allgemeine, Kognitive und Mathematische Psychologie
Förderung
Förderung in 2011
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 197448641
Bewusstsein verändert sich in Intensität und Qualität über den Schlaf-Wach-Zyklus. Jedoch haben sich wissenschaftliche Versuche, die Hirnbasis von Bewusstsein zu etablieren, nur selten dieses robusten Faktums bedient. Im Übergang vom Wachen zu Stadien III und IV gleiten normale Versuchsteilnehmer von geistesgegenwärtigem Wachbewusstsein in einen Zustand von nicht-komatöser Vergessenheit. Im Anschluss, während sich das Gehirn im REM Schlaf spontan reaktiviert, determinieren internale Prozesse das Träumen. Wir behaupten, dass der REM-Traum ein veränderter Bewusstseinszustand ist, dessen auffällige Eigenschaften sich vom Wachen in vielerlei Hinsicht unterscheiden. Diese Unterschiede sind in besonderem Maße für unser Verständnis der Hirnbasis von Bewusstsein von Belang. Durch die geplanten Studien hoffen wir zu dem wissenschaftlichen Verständnis von Träumen und Bewusstsein beizutragen. Unsere Studien werden sich auf luzide Träume konzentrieren. Luzide Träume stellen eine Methode dar, die Entstehung von bewusster Erkenntnis im träumenden Gehirn zu untersuchen. In luziden Träumen weiß der Träumer, dass er träumt. Oftmals kann er/sie die Traumhandlung durch Bewegungen, die im Wachen unmöglich wären, verändern. Ergebnisse unserer vorangehenden Studien haben Hinweise auf eindeutige elektrophysiologische Korrelate von luziden Träumen erbracht. Im Vergleich zu normalen REM-Schlafträumen werden luzide Träume von einer Zunahme der frontalen 40-Hz Aktivität im EEG begleitet und von einem großflächigen Anstieg der Kohärenz. Nun möchten wir untersuchen, ob es möglich ist, die phänomenologische Erfahrung im Traum gezielt durch Applikation einer schwachen elektrischen Gleich- oder Wechselstromspannung (tDCS/tACS) zu verändern. Insbesondere die Wechselstromapplikation erlaubt es, die Wirkung spezifischer Frequenzen (2 Hz, 40 Hz) an spezifizierten kortikalen Regionen (geplant sind frontale und parietale Areale) zu beobachten. Die Stimulierung wird im REM-Schlaf erfolgen. Wir erwarten, dass eine frontale 40-Hz Stimulierung Luzidität induziert und eine Stimulierung im Delta- Frequenzbereich (2 Hz) zu einer Zunahme an langsamen Wellen im EEG und eventuell einer Zustandsänderung von REM Schlaf in den Tiefschlaf (slow wave sleep, SWS).
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
