Detailseite
Projekt Druckansicht

Verbesserte FE-Simulation des Scherschneidprozesses durch eine temperatur- und dehnratenabhängige Erweiterung des MMC-Modells

Fachliche Zuordnung Ur- und Umformtechnik, Additive Fertigungsverfahren
Förderung Förderung von 2011 bis 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 199808648
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Zur Entwicklung eines dehnraten- und temperaturabhängigem MMC-Versagensmodells ist es zunächst erforderlich, mittels Eliminierung des Maschineneinflusses auf den Prozess eine hohe Reproduzierbarkeit zu gewährleisten. Spielbehaftete Wälzlager in Kniehebelpressen verursachen während der Schneidprozesse eine unkontrollierte Kippbewegung des Stößels. Dies hat einen Einfluss auf die Schnittflächenqualität der gefertigten Bauteile. Daher wurde ein System zum Ausgleich der maschinenabhängigen Anfangsverlagerung konzipiert, konstruiert und in den Stanzautomaten integriert, welcher es ermöglicht, die Lagerspiele zu überwinden und die auftretende Stößelkippung zu minimieren. Anhand von Schliffbildern konnte eine Verbesserung des Glattschnittanteils von bis zu 10 % infolge der minimierten Stößelkippung nachgewiesen werden. Des Weiteren wurde ein numerisches Scherschneidmodell entwickelt, um die Qualität der Schnittfläche vorherzusagen. Ein iterativer experimentell-numerischer Ansatz wurde verwendet, um das Fließ- und Versagensverhalten der untersuchten Werkstoffe (DC04, X5CrNi18-10, HCT980, HCT600) bei verschiedenen Temperaturen und Dehnraten zu modellieren. Die Validierung des Versagensmodells erfolgte mit quasistatischen Scherschneidversuchen, die mit dem modifizierten Stanzautomaten durchgeführt wurden, durch Abgleich von Kraft-Weg-Verläufen und Schnittflächen. Anschließend wurden die temperatur- und dehnratenabhängigen Daten in das numerische Modell integriert und die Hochgeschwindigkeits-Scherschneidversuche aus dem Vorgängerprojekt erneut simuliert. Die Vorhersagegenauigkeit des numerischen Modells bezogen auf das experimentelle 95 %- Konfidenzintervall konnte in der zweiten Phase von 38 % auf 92 % erhöht werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung