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Analyse binnenperspektivischer Auslegungen neugermanischer religiöser Konzepte und lebensweltlicher Gegebenheiten am Beispiel der Asatru in Island und Deutschland
Antragstellerin
Dr. Dagmar Monika Fügmann
Fachliche Zuordnung
Religionswissenschaft und Judaistik
Förderung
Förderung von 2011 bis 2014
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 201109447
Heutzutage hört man häufiger die Rede von der „Rückkehr der Religion(en)“, die sich nicht nur in Bezug auf traditionelle Formen des Glaubens, sondern vielfach in der Popularität religiöser Alternativbewegungen zeigt. Manche dieser alternativreligiösen Gruppierungen berufen sich auf ein spirituelles bzw. religiöses europäisches Erbe, es entstehen immer wieder Versuche einer Etablierung „neuer alter“ Religionsformen. Neugermanische Ansätze gehören mit in dieses Feld. Seit den 1990er Jahren lässt sich in Deutschland eine Vervielfältigung neugermanischer Religionsentwürfe vor allem in Bezug auf sogenannte Asatru-Gemeinschaften beobachten. Der Neologismus Asatru, der sich sinngemäß mit „Asentreue“ übersetzten lässt, dient jedoch nicht nur für deutsche neugermanische Gruppierungen als Selbstbezeichnung. Bereits 1973 wurde die Asatru-Bewegung in Island als gleichberechtige Religionsgemeinschaft neben dem Christentum staatlich offiziell anerkannt. Der Vergleich zwischen isländischer und deutscher Asatru verspricht Erkenntnisse im Hinblick auf den Einfluss unterschiedlicher gesellschaftlicher und rechtlicher Kontexte auf die Konstitution alternativreligiöser Gemeinschaften. Daneben werden Aufschlüsse hinsichtlich der Rezeption und Interpretation der für isländische und deutsche Asatru grundlegenden Texte der Eddas und Sagas gewonnen. Ein weiteres Ziel der Untersuchung ist, ein tieferes Verständnis des Phänomens „fluider Religionen“ zu gewinnen, d.h. einer permanenten Wandelbarkeit religiöser Systeme in Abhängigkeit von ihrem kulturell-sozialen-rechtlichen Kontext.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
