Project Details
Projekt Print View

Technological and social developments in Neolithic and Chalcolithic Monjukli Depe (Turkmenistan) and its environs

Subject Area Egyptology and Ancient Near Eastern Studies
Term from 2011 to 2022
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 202888018
 
Final Report Year 2022

Final Report Abstract

Das Forschungsprojekt der Jahre 2011-2022 zu Monjukli Depe in Turkmenistan lieferte ein komplexes Bild des bislang fast gänzlich unbekannten frühen Äneolithikums (frühes 5. Jt. BCE) und neue Einblicke in die Chronologie des Neolithikums in Süd-Turkmenistan. Bemerkenswert in Monjukli Depe ist die hervorragend erhaltene Architektur mit weitgehend standardisierten, einräumigen Wohnhäusern und einer streng entlang öffentlicher Wege und Plätze organisierten Dorfanlage. Einzigartig für diese frühe Zeit ist ein Tor, das eine Dorfstraße zu schließen in der Lage ist. Der Übergang vom Neolithikum zum Äneolithikum wurde in stratigraphischen Sondagen und mit Radiokarbondaten analysiert, wobei entgegen traditioneller Interpretation von Kontinuität in der Ortsstratigraphie ein langer Hiatus sichtbar wurde, der von 5600 bis 4800 BCE reicht. Unterschiedliche äneolithische Kulturtechniken wie Stein- und Knochenbearbeitung, das Kochen, Subsistenz- und Pyrotechniken wurden auf Kontinuität oder Diskontinuität mit dem Neolithikum hin untersucht. Im zweiten Teil des Projekts sollten neolithische Schichten genauer analysiert werden, was an logistischen Problemen scheiterte. Daher konzentrierte sich das Team auf die Laboranalyse von Proben, mit teils erstaunlichen Ergebnissen. Trotz beengter räumlicher Verhältnisse im Äneolithikum ließ sich durch mikromorphologische Analysen und genaue Freilegungstechniken nachweisen, dass mindestens Hunde und Schaf/Ziege im Dorf selbst zugegen waren, so dass es eine enge Kohabitation unterschiedlicher Spezies, Menschen eingeschlossen, im Dorf gab. Auch ökonomische Verhältnisse zeigen sich an Tierknochen. Aus Isotopenanalysen von Zähnen von Schaf/Ziege wissen wir, dass Herden nicht, wie oft angenommen, im Sommer ins kühlere Gebirge südlich von Monjukli Depe geführt worden waren, sondern Weiden im Umkreis des Ortes aufsuchten. Schließlich ist die Gegend um Monjukli Depe heutzutage ein versteppter Bereich. Die Rekonstruktion der antiken Landschaft samt ihrer Eingliederung in Subsistenzpraktiken ergab, dass die Verhältnisse in der Vorgeschichte klimatisch und topographisch nicht radikal anders waren, dass aber weit mehr Abflusswasser vorhanden gewesen sein muss. Rohmaterial-Importe von seltenen Gesteinen wie Chalzedon und Lapislazuli können weit über die Häuser des Ortes verbreitet sein und deuten auf Ketten von Austauschverhältnissen ebenso wie auf einen Zugang aller zu diesen Materialien hin. Aufsehenerregend ist der Fund figuraler und abstrakter Wandbemalung in dem durch Brand zerstörten Haus 14 der ältesten äneolithischen Schicht, der aber keine Ungleichheit der Haushalte im Dorf anzeigt. Aufgrund der schwierigen logistischen lokalen Verhältnisse hatten wir wenig Grabungsbesuch. Die stärker als in Deutschland gelenkte Öffentlichkeit in Turkmenistan macht eine Öffentlichkeitsarbeit unter Miteinbeziehung lokaler oder regionaler Interessent*innen und Stakeholders schwierig.

Publications

 
 

Additional Information

Textvergrößerung und Kontrastanpassung