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Grenzflächeneinstellung dünner Schichten für durchstimmbare ferroelektrische Varaktoren mit hochleitfähigen Oxidelektroden

Fachliche Zuordnung Herstellung und Eigenschaften von Funktionsmaterialien
Förderung Förderung von 2012 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 206658696
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Entwicklung abstimmbarer Komponenten in Hochfrequenz (HF)-Frontends bietet große Vorteile für die moderne Mobilkommunikation und treibt die Forschung in vielen Richtungen voran. Unter anderem ermöglicht der Einsatz neuartiger Materialien zahlreiche neue Designs rekonfigurierbarer Netzwerke. In wichtigen rekonfigurierbaren Mikrowellenschaltungen wie abstimmbaren Filtern, Phasenschiebern, adaptiven Impedanzanpassnetzwerken, frequenzagilen und strahl-gesteuerten Antennen werden abstimmbare Kondensatoren (Varaktoren) eingesetzt. Mit der Änderung ihrer Kapazität werden die Transmissionseigenschaften eines Impedanzanpassnetzes oder Filters beeinflusst. Die Ergebnisse der Projektarbeit belebten das Konzept der Voll-Oxid-Varaktoren durch die Verwendung des außergewöhnlichen hochleitenden Oxidmaterials SrMoO3, das in seiner einkristallinen Form eine höhere elektrische Leitfähigkeit als Pt aufweist. Unsere Ergebnisse zeigen nicht nur die Machbarkeit von Voll-Oxid-Varaktoren, sondern auch, dass Dünnschichten aus funktionalen Materialien mit gegensätzlichen thermodynamischen Wachstumsbedingungen, nämlich ein hochleitendes SrMoO3 und ein funktionales abstimmbares dielektrisches BST, in einem einzigen mikroelektronischen Bauelement kombiniert werden können, um ihre einzigartigen Funktionalitäten zu nutzen. Die Grenzfläche zwischen den beiden Funktionsmaterialien ist so gestaltet, dass thermodynamische Ungleichgewichtszustände im erforderlichen Wachstumsund Anwendungsbereich beibehalten werden können. Die hohe Abstimmbarkeit der Voll-Oxid- Varaktoren bei niedrigen Spannungen unter 5 V und die festgestellte Vermeidung akustischer Resonanzen bei Betriebsfrequenzen bis zu 10 GHz machen sie zu vielversprechenden Kandidaten für Anwendungen in adaptiven Filtern und Anpassnetzwerken für die Mobilkommunikation, bei denen die Transmissionsfrequenz verändert werden kann, so dass nur ein einziges Netzwerk für die Übertragung mehrerer Kanäle oder Dienste erforderlich ist. Die ersten nachgewiesenen epitaktischen Voll-Oxid-Varaktoren, die auf Siliziumsubstraten gewachsen sind, ermöglichen die Umsetzung dieser neuen Technologie in der Industrie.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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