Konflikt im Spiel. Eine psychoanalytisch-empirische Untersuchung zur Prozessualität der ästhetischen Erfahrung.
Final Report Abstract
Das Konzept der ästhetischen Erfahrung wurde innerhalb der letzten dreißig Jahre zum zentralen Bezugspunkt der Ästhetik. Unter anderem werden in aktuellen Entwürfen klassische Ansätze einer Ästhetik des Spiels produktiv weiterentwickelt. In (kunst)ästhetischen Erfahrungen können demnach Wahrnehmungsvollzüge mit wahmehmungsoffenen Objekten in prozessuale Vollzüge geraten, so dass sie für uns zu Medien einer reflexiven Subjektivität werden können.
Um zu verstehen, was dies psychologisch konkret bedeutet, hat die Kunstpsychologie die philosophische Ästhetik bisher zu wenig und unsystematisch rezipiert und integriert; vor allem fehlt bislang eine Konzeption, die in der Lage wäre, die innerpsychischen Voraussetzungen und Entsprechungen ästhetischer Erfahrung angemessen zu konzeptualisieren.
An dieser Stelle versucht unser Vorhaben, die philosophisch beschriebene Dynamik des ästhetischen Spiels mit Hilfe einer psychoanalytischen Theorie des Subjekts vom psychischen Innenraum her zu ergänzen und zu vertiefen, da die Psychoanalyse ausgezeichnet in der Lage ist, den wesentlich dynamischen Charakter seelischer Prozesse abzubilden. Unserer Arbeitshypothese nach kann die konflikthaft konstituierte aber gleichwohl fixierte Struktur des Subjekts in der kunstästhetischen Erfahrung verflüssigt werden, so dass es günstigenfalls zu produktiven Selbstinfragestellungen kommen kann.
Der assoziative Gedankenfluss von 40 Teilnehmerinnen bei Betrachtungen von jeweils selbst ausgewählten und im Original betrachteten Kunst- und Werbebildern wurde mittels der Methode des )Lauten Denkens< verbalisiert, erfasst und hinsichtlich gemeinsamer Prozessmerkmale in überwiegend qualitativen Prozeduren analysiert. Die Entwicklung spezifisch geeigneter Auswertungsmelhoden war Teil des Forschungsvorhabens. Da wir zentral nach Strukturmerkmalen des psychischen Prozesses bei ästhetischen Erfahrungen fragten, war die Transkriptanalyse strikt sequentiell angelegt.
Im Ergebnis lässt sich formulieren, dass glückende Rezeptionssituationen als szenische Interaktion zwischen Betrachtersubjekt und Kunstwerk konzeptualisiert werden können. Unbewusste Konflikte werden von selbstausgesuchten Werken evoziert und mit ihnen verhandelt, Kunstwerke ziehen das Subjekt in widersprüchlich-spannungsreiche Auseinandersetzungen hinein, die je nach Wirken eines komplexen Bedingungsgefüges unterschiedliche Ausgänge nehmen können. Tiefenhermeneutisch und kategoriengeleitete qualitative Einzelbefunde ließen sich sinnvoll zu einem (Real-)Typus integrieren, dem ca. ein Drittel der von uns untersuchten Betrachtungen zuzuordnen war und den wir theoretisch und empirisch begrtindet als Typus >kunstästhetische Erfahrung< vorschlagen. In solchen Betrachtungen kommt es über eine Reihe von EinzelmeriPublications
Soldt, Philipp
Soldt, Philipp
Soldt, Philipp
Soldt, Philipp
Soldt, Philipp
Soldt, Philipp
Storck, Timo & Soldt, Philipp
Wurtmann, Martin
Storck, Timo
Soldt, Philipp
Soldt, Philipp
