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Wege in die (leibliche) Elternschaft. Konsens- und Dissensmanagement aus paardynamischer Perspektive.
Antragstellerin
Privatdozentin Dr. Waltraud Cornelißen
Fachliche Zuordnung
Empirische Sozialforschung
Förderung
Förderung von 2013 bis 2016
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 250199897
Der Anspruch der geplanten Untersuchung ist es, empirisch basiert zu beschreiben und zu verstehen, welche Handlungs- und Entscheidungsketten Paare in Gang setzen, wenn sie aus unterschiedlichsten Anlässen vor Fragen der Verhütung, der Akzeptanz oder des aktiven Anstrebens von Elternschaft stehen. Dabei beschränken wir uns im beantragten Projekt auf jene Paare, die die Weichen schließlich zugunsten einer Elternschaft stellen. So geraten verschiedene Wege in die Elternschaft in den Blick. Die Varianz der Verläufe ergibt sich daraus, dass der Elternschaft nicht immer ein gemeinsamer Kinderwunsch des Paares vorausgeht. Es sind also verschiedene Konsens- und Dissenskonstellationen und deren Management in Paarbeziehungen zu untersuchen. Die Pfade in die Elternschaft werden hier im Anschluss an praxeologische Ansätze als Bestandteile einer eingelebten Praxis des Zusammenwirkens von Partnern verstanden. Während derzeit mit Prof. Huinink und einem DJI- Team auf der Basis repräsentativer dyadischer Paneldaten (Pairfam) der Zusammenhang zwischen vorgängigen Kinderwunschkonstellationen und nachfolgenden Geburten analysiert wird, wird mit dem beantragten Projekt eine qualitative Studie geplant: Im Anschluss an praxeologische Ansätze werden fertilitätsrelevante Handlungs- und Entscheidungsprozesse in Paarbeziehungen als Teile ihrer Alltagspraxis auf der Basis qualitativer Daten rekonstruiert. Hierzu werden narrative Einzelinterviews mit Partnern getrennt geführt, die vor kurzem ein Kind bekommen haben. Ziel dieser Einzelinterviews ist es zu rekonstruieren, wie der/die Interviewte die diesbezügliche Interaktion mit dem Partner bzw. der Partnerin erlebte und welche Orientierungsrahmen (Bohnsack) jeden Einzelnen bei seiner Entscheidungsfindung und seinem Konsens- und Dissensmanagement gegebenenfalls auch unreflektiert leiteten. Ein halbes bis ein Jahr später werden mit den gleichen Partnern Paarinterviews geführt, um die gemeinsame Perspektive des Paares auf seinen Weg in die Elternschaft rekonstruieren zu können. Die Interpretation der Interviews orientiert sich an den Regeln der dokumentarischen Methode (Bohnsack 2006). Ein Vergleich der Einzelinterviews mit den Paarinterviews bietet einen multiperspektivischen Einblick in das Konsens- und Dissensmanagement der Paare. Auf der Basis der Kenntnis paartypischer Wege in die Elternschaft soll eine paarübergreifende Typologie entwickelt werden. Es wird erwartet, dass dazu die Einzel- und Paarinterviews von ca. 20 bis 24 Paaren notwendig sind. Um Paare möglichst früh nach der Geburt eines Kindes befragen zu können, werden schwangere Paare aus dem Pairfam-panel rekrutiert. Diese Rekrutierung hat den Vorteil, dass aus der vorangegangenen Welle von Pairfam Informationen über die vorgängige Kinderwunschkonstellation der Eltern vorliegen. Das Sample wird so zusammengestellt, dass alle Konstellationen, die zur Rekonstruktion von Dissens und Konsens interessant sind, auch zur Untersuchung bereitstehen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
