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ÜberReste. Strategien des Bleibens in den darstellenden Künsten

Fachliche Zuordnung Theater- und Medienwissenschaften
Förderung Förderung von 2014 bis 2018
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 250564335
 
Das interdisziplinäre Forschungsvorhaben untersucht die Herausforderungen des Bleibens und Bewahrens in den üblicherweise vom Primat der Präsenz her gedachten Kunstformen Tanz, Musiktheater und Performancekunst. Das Projekt teilt sich in drei Themenfelder: Im ersten werden Strategien des Bleibens während und nach Aufführungen mit Schwerpunkt auf den Tanz analysiert und davon ausgehend begrifflich systematisiert. Bereich zwei befasst sich mit Aufführungsvideos als dynamischer Erinnerungskonserve, die ein Spannungsverhältnis zwischen der Aufführung und ihren aufgezeichneten Resten darstellt. Das dritte Arbeitsgebiet wiederum untersucht die objekthaften Überbleibsel von Performances der 1970er Jahre und fragt nach den Herausforderungen des Performativen zwischen Prozess und ausgestelltem Artefakt.Dabei wird der Fokus auf Reformulierungen des Flüchtigen gerichtet, das sich in den performativen Künsten in neuen Modifikationen zeigt: Was vormals als Präsenz erzeugendes und mithin kritisches Geschehen konstelliert wurde, wird nun in Aufbewahrungs-Performances wie etwa Reenactments versucht, zu speichern: eine Wendung von der Präsenz der Performance hin zu einer (Selbst-)Archivierung, die nicht zuletzt auch Aspekte der künstlerischen Vermarktung berührt. Das betrifft auch die Frage nach einer Geschichtsschreibung in der vom singulären Ereignis geprägten Performancekunst und die damit verbundene Frage nach Autorschaft und Zuschreibbarkeit vergangener Aktionen. Über die Suchformel der Reste nimmt das Vorhaben daher genauer in den Blick, was von Tanz-, Musiktheater- und Performancekunst-Projekten übrig bleibt. Gegenstände der Untersuchungen sind folglich neben den schon gut untersuchten Darstellungsformaten von Rekonstruktion und Reenactment die Verfahren des Bleibens in Aufführungen selbst, die wiederum hieraus hervorgehenden Überbleibsel in Form von Ausstellungsrelikten vergangener Performances sowie die Artefakte der Aufzeichnung.Ziel ist es, die Erfahrungen von Präsenz in den flüchtigen Künsten vor dem Hintergrund omnipräsenter Praktiken des Bewahrens anders zu perspektivieren sowie jene Verfahren begrifflich zu systematisieren.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Großbritannien
 
 

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