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Die Vergangenheit und Gegenwart von Post-Race Diskursen in den USA

Antragstellerin Dr. Marie-Luise Löffler
Fachliche Zuordnung Europäische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften
Förderung Förderung von 2014 bis 2017
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 252525959
 
Das vorliegende Projekt umfasst eine kritische Neubewertung zeitgenössischer Post-Race-Debatten in den USA. In Form von beispielhaften Analysen ausgewählter schwarzer und weißer Post-Race Diskurse während politisch und sozio-kulturell umwälzender historischer Momente der amerikanischen Geschichte strebt es eine Rekonstituierung der bisherigen Forschung zu US-amerikanischen Post-Race Debatten an, die diese bisher fast ausschließlich als neuartiges Phänomen der Post-Civil Rights Ära definiert hat. Im Besonderen wendet sich dieses Projekt vier exemplarischen Verdichtungen schwarzer und weißer diskursiver Formationen innerhalb der amerikanischen Geschichte zu, die nicht nur wiederholt zentrale Standpunkte postmoderner Post-Race Diskurse verhandelt und ihnen damit vorgegriffen haben, sondern, zeitgenössischen Debatten ähnlich, das potentielle Überwinden von Race-Grenzen als beispielloses und erstmaliges Phänomen der jeweiligen historischen Epoche postulierten. Hierbei liegt der Fokus des Projekts im Detail auf frühen abolitionistischen Schriften des Quäkertums vor und während des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs (1760-1790), abolitionistischen Diskursen aus der Zeit um und nach dem amerikanischen Bürgerkrieg (1850-1870), öffentlichen und privaten Korrespondenzen und Publikationen schwarzer und weißer Intellektueller während der zunehmenden Herausbildung des afroamerikanischen Bildungsbürgertums Ende des 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts (1880-1910) sowie auf (weitgehend) unveröffentlichten Manuskripten und Werken afroamerikanischer AutorInnen während der Harlem Renaissance der zwanziger bis Mitte der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts. In diesem Rahmen strebt dieses Projekt eine Historisierung spezifischer theoretischer Strömungen postmoderner Post-Race Diskurse an, indem deren diskursive Vorläufer innerhalb dieser vier historischen Epochen identifiziert und deren Kontinuitäten und Brüche im Detail untersucht werden. Hierbei liegt der Fokus besonders auf spezifischen Leitmotiven, die sowohl in bestimmten historischen Epochen als auch in der amerikanischen Gegenwart eine entscheidende Rolle in der Verhandlung von Post-Race Konzeptionen gespielt haben und spielen, wobei das vorliegende Projekt sich besonders auf Konstruktionen von universeller Menschlichkeit, Interracialism und Multiraciality, Signale bezüglich der Zugehörigkeit zu einer soziale Schicht sowie ambige Konzeptualisierungen von blackness konzentriert. Insbesondere wurden diese Leitmotive wiederholt in Post-Race Debatten als Möglichkeit herangezogen, bestehende gesellschaftliche Konstruktionen von Race und Race-Beziehungen umfassend zu hinterfragen. Vielmehr noch haben sie aber auch innovative Ansätze geboten, um die Komplexität derartiger historischer und gegenwärtiger sozio-kultureller und gesellschaftlicher Formationen in den USA zu verstehen und zu beschreiben, die eine Überwindung von Race-Kategorien in den Mittelpunkt stellten und stellen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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