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Relevanz des Chronotyps und der Säuglingsernährung für den Zusammenhang von tageszyklischer Nahrungsaufnahme und dem Risiko für Übergewicht und Typ 2 Diabetes.

Fachliche Zuordnung Ernährungswissenschaften
Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Förderung Förderung von 2014 bis 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 254799859
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ziel des Projekts war die Untersuchung von Auswirkungen des zirkadianen Essverhaltens und des Chronotyps auf die metabolische Gesundheit vom Säuglings- bis zum jungen Erwachsenenalter. Untersucht wurde, , ob eine Fehlanpassung zwischen individuellen zirkadianen Rhythmen (Chronotyp) und dem Zeitpunkt der Energie- oder Kohlenhydrataufnahme kurz- und langfristig zu ungünstigen Stoffwechselergebnissen führt und ob zirkadiane Ernährungsmuster im Säuglingsalter die Körperzusammensetzung im Kindesalter beeinflussen. Die DONALD Studie lieferte Längsschnittdaten von rund 1 500 Teilnehmenden zu Chronotyp, tageszeitspezifischer Nahrungsaufnahme, Anthropometrie sowie Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes im Erwachsenenalter. Zudem wurde eine randomisierte Cross-over Ernährungsintervention mit 45 Studierenden (18 bis 25 Jahren, (22 mit frühem und 23 mit spätem Chronotyp) durchgeführt, um zu untersuchen, ob sich die glykämischen Antworten auf Mahlzeiten (ermittelt mit kontinuierlicher Glukosemessung) unterscheiden, wenn sie zu Zeiten verzehrt werden, die nicht mit dem Chronotyp übereinstimmen. Die Ergebnisse zeigten, dass sich zirkadiane Ernährungsmuster aus dem Säuglingsalter bis ins Vor- und Grundschulalter fortsetzen, jedoch ohne Einfluss auf die Körperzusammensetzung. Ein später Chronotyp und ein stärker ausgeprägter sozialer Jetlag waren mit einem höheren Körperfettanteil bei Jugendlichen und einem größeren viszeralen Fettanteil bei jungen Erwachsenen assoziiert. Junge Erwachsene mit einem späterem Chronotyp hatten ein unregelmäßigeres Essensverhalten, reduzierten jedoch während des „Lockdown“ ihren sozialen Jetlag und synchronisierten ihr Essensverhalten mit ihrer inneren Uhr. Jugendliche mit einem späten Chronotyp, die ihre maximale Kalorienaufnahme im Vergleich zum Gruppenmedian verzögerten, nahmen über ein Jahr hinweg an Fettmasse zu. Umgekehrt wiesen Jugendliche mit frühem Chronotyp und späterer Kohlenhydrataufnahme eine schlechtere Insulinsensitivität im Erwachsenenalter auf. Die Intervention zeigte Chronotyp-spezifische glykämische Antworten: Nur frühe Chronotypen reagierten auf abendliche Mahlzeiten mit hohem GI mit erhöhten Glukoseantworten, während späte Chronotypen unabhängig vom Zeitpunkt der Mahlzeit ähnliche Glukoseantworten zeigten, was auf eine Anfälligkeit sowohl für frühe als auch für späte Mahlzeiten mit hohem GI hindeutet. Zusammenfassend erhöht ein später Chronotyp die Anfälligkeit für unregelmäßige Essenszeiten und eine ungünstige Körperzusammensetzung. Maßnahmen sind erforderlich, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu helfen, ihre Ernährungsgewohnheiten besser auf ihren Chronotyp abzustimmen, um die Stoffwechselgesundheit zu fördern.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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