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Au-pair Migration. Geographie und Soziale Mobilität junger Frauen zwischen Russland und Deutschland
Antragstellerin
Dr. Caterina Rohde
Fachliche Zuordnung
Empirische Sozialforschung
Förderung
Förderung in 2014
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 256719320
Das Au-Pair Programm wurde ursprünglich begründet, um den internationalen Kulturaustausch zu fördern, indem es jungen Menschen aus dem Ausland ermöglicht, für ein Jahr in einer Gastfamilie des Aufnahmelandes zu leben. Obwohl in der jüngeren Forschungsliteratur davon ausgegangen wird, dass das Au-pair Programm einerseits von Familien zur Einstellung einer kostengünstigen Hausangestellten missbraucht wird und andererseits von den Au-pairs als ,Sprungbrett' in die Immigration genutzt wird, wurde das Au-pair Phänomen bisher kaum systematisch untersucht. Am Beispiel russischer Au-pairs in Deutschland, richtet sich dieses Dissertationsprojekt darauf, die fundamentalen Charakteristika des Prozesses der Au-pair Migration als eine spezifische Form weiblicher Migration offenzulegen. Basierend auf dem theoretischen Ansatz der transnationalen Migration wird dieser Migrationsprozess, den die Frauen mit dem Au-pair Aufenthalt umsetzen um spezifische biographische Orientierung zu realisieren, als Prozess der Transnationalisierung von Biographien interpretiert. Mit Hilfe von Methoden der qualitative Sozialforschung werden in dem Dissertationsprojekt folgenden Forschungsfragen auf einer Mikro-Ebene der Analyse behandelt: Was ist die Bedeutung und der Impact der Au-pair Migration im Leben junger russischer Frauen? Die Analyse fokussiert sich darauf wie wichtige Statuspassagen des jungen Erwachsenenalters - der Berufseinstieg und die Familiengründung - in Biographien der Au-pair Migrantinnen absolviert werden und ob diese Statuspassagen in Zusammenhang mit Entscheidungen für eine Niederlassung im Aufnahmeland, eine Remigration in das Herkunftsland oder die Herausbildung transnationaler sozialer Lebensräume stehen. Des Weiteren wird die Involvierung von sozialen Makrostrukturen (insbesondere Immigrations- und Arbeitsmarktregelungen) und Mesostrukturen (insbesondere formale und informale Netzwerke und Organisationen) und ihre Manifestation in individuellen Biographien erforscht. Somit setzt die Erforschung der Au-pair Migration einen starken Fokus auf Dynamiken und Prozesse, in denen Individuen ihre Agency vor dem Hintergrund spezifischer transnationaler Sozialstrukturen entwickeln, verhandeln und realisieren.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
