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Die globale Flora eingebürgerter gebietsfremder Arten: ein Brückenschlag von den Artenmerkmalen zu den Auswirkungen und zur Naturschutzforschung
Antragsteller
Professor Dr. Mark van Kleunen
Fachliche Zuordnung
Ökologie und Biodiversität der Pflanzen und Ökosysteme
Förderung
Förderung seit 2015
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 264740629
Tausende von Pflanzenarten sind durch den Menschen aus ihrer Heimat in fremde Regionen eingeführt worden, wo sich einige von ihnen dauerhaft angesiedelt haben. Dank des von der DFG-FWF geförderten Projekts „Global Naturalized Alien Flora“ wissen wir jetzt, dass es weltweit mindestens 16.000 solcher eingebürgerten Pflanzenarten gibt. In der aktuellen Projektphase haben wir GloNAF aktualisiert und die taxonomischen Namen nach der World Checklist of Vascular Plants harmonisiert. Unsere Analysen haben gezeigt, dass sich viele Arten, die sich in fremden Ländern eingebürgert haben, auch in ihren heimischen Verbreitungsgebieten ausbreiten, und dass nur 231 eingebürgerte Arten in ihren heimischen Verbreitungsgebieten bedroht sind. Wir haben auch gezeigt, dass Invasionen am ehesten in vom Menschen intensiv genutzten Lebensräumen vorkommen und dass sich die Zahl der von nichtheimischen Pflanzen besiedelten Vegetationsplots in Europa seit 1930 verdoppelt hat. Darüber hinaus bewerteten wir die potenzielle Bedrohung durch gebietsfremde pathogene Pilze, die mit gebietsfremden Pflanzenarten assoziiert sind, und die potenziellen künftigen Verbreitungsgebiete eingebürgerter Arten. In der nächsten Projektphase werden wir das Verständnis für globale Pflanzeninvasionen weiter verbessern. Dazu werden wir die GloNAF-Datenbank weiter aktualisieren und erweitern und GloNAF mit anderen Datenbanken kombinieren, um wichtige Fragen in den Bereichen Invasionsforschung, Naturschutz, Makroökologie und Biogeografie zu beantworten. Unsere vier Hauptziele sind (1) die Aktualisierung und Erweiterung der GloNAF-Datenbank, (2) die Prüfung der Frage, wie die Merkmale gebietsfremder Pflanzen den Invasionserfolg beeinflussen, (3) die Analyse der räumlichen und zeitlichen Verteilung eingebürgerter Pflanzen und der mehrdimensionalen Auswirkungen invasiver Pflanzen und (4) die Prüfung der Wirksamkeit des Schutzgebietsnetzes bei der Begrenzung von Pflanzeninvasionen und die Beantwortung der Frage, wie das globale Schutzgebietsnetz erweitert werden sollte, um die mit Pflanzeninvasionen verbundenen Schutzziele zu erreichen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Österreich
Partnerorganisation
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner
Professor Dr. Franz Essl; Dr. Bernd Lenzner; Dr. Ali Omer; Anna Schertler; Tom Vorstenbosch
