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Paläogeographische Muster in der Entwicklung der Pflanzenwelt

Fachliche Zuordnung Paläontologie
Förderung Förderung von 2015 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 268272651
 
Eines der interessantesten makro-ökologischen Phänomene ist die abnehmende Artenvielfalt mit zunehmender geographischer Breite, von den hoch-diversen Pflanzengesellschaften der Tropen hin zu den artenarmen Vegetationsgürteln der borealen und subpolaren Breiten. Aus dem wachsenden Verständnis des Fossilbefunds ergibt sich, daß sich hinter diesem heute zu beobachtenden Phänomen komplexe, noch weit grösser-maßstäbliche geographisch-evolutionäre Muster verbergen. Die Geburtsstätten vieler neuartiger Organismengruppen liegen in den äquatorialen Breiten. In Phasen globaler Erwärmung können sich solche neuen evolutionären Linien dann bis weit in die polaren Breiten hinein ausbreiten. Typischerweise verschwinden sie dann in ihren Ursprungsgebieten, während sie in hohen Breitengraden noch über weit längere geologische Zeiträume verfolgbar bleiben. In einigen Fällen ist postuliert worden, daß solche polaren Rückzugsgebiete als Reservoire gedient haben, die nach biotischen Krisen erneute Rück-radiationen in die niederen Breiten ermöglicht haben könnten. Die Triaszeit mit ihrem als globalem Treibhaus bezeichneten Klima ist in dieser Hinsicht ein besonders spannender Zeitraum, da sie von zwei katastrophalen Massenaussterbeereignissen begrenzt wird. Darüber hinaus ist die Trias durch bedeutende Radiationen innerhalb der Gruppe der Samenpflanzen gekennzeichnet. Neben vielen Vertretern moderner Nacktsamer (Gymnospermen) finden sich Formen, die bis heute kaum klassifiziert werden konnten; darunter einige, die als mögliche Vorfahren oder Schwesterlinien der heute dominanten Gruppe der Blütenpflanzen (Angiospermen) in Frage kommen. Im Rahmen dieses Projekts werden außergewöhnlich reichhaltige und gut erhaltene Fossillagerstätten aus dem frühen Mesozoikum Gondwanas mit modernsten Methoden im Detail untersucht. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Antarktis mit vergleichenden Untersuchungen in benachbarten Regionen Gondwanas. Neben taxonomischen Neubeschreibungen und erforderlichen Revisionen werden phylogenetische Rekonstruktionen und paläoökologische Untersuchungen durchgeführt. Dies ermöglicht das Verfolgen von ausgestorbenen Pflanzengruppen in Raum und Zeit. Basierend auf den gesammelten Daten und Analysen soll erstmalig gezeigt werden, inwieweit biotische und abiotische Faktoren die paläogeographischen Verteilungsmuster im Auftreten, Ausbreiten und Verschwinden fossiler Pflanzengruppen während der Blütezeit der Nacktsamer bedingen.
DFG-Verfahren Emmy Noether-Nachwuchsgruppen
 
 

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