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Emissionsorientiertes Management landgebundener Güterverkehre

Fachliche Zuordnung Accounting und Finance
Förderung Förderung von 2015 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 268276815
 
Erstellungsjahr 2023

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Nach gegenwärtigem Wissenstand ist eine vollständige Dekarbonisierung des landgebundenen Güterverkehrs nur durch vollständige Umstellung auf elektrische bzw. wasserstoffbasierte Antriebtechnologien bei gleichzeitiger vollständiger Umstellung auf eine regenerative Stromerzeugung möglich. Diese Transformation wird sich noch über Jahrzehnte erstrecken, weshalb Maßnahmen zur Emissionsminderung im Verkehr, zumindest auf mittlere Sicht, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Im Spektrum potenzieller Maßnahmen sticht das emissionsorientierte Transportmanagement hervor, da es zunächst keine technisch-infrastrukturellen Änderungen im Verkehrsträgersystem voraussetzt. Im vorliegenden Forschungsprojekt wurden entsprechend neue Modelle einer emissionsorientierten Transportplanung für regionale Sammel- und Verteilverkehre, für containerisierte multimodale Langstreckentransporte und für die Zugbildung in Rangierbahnhöfen erarbeitet. Zur Lösung dieser Modelle wurden fortgeschrittene Methoden des Operations Research eingesetzt und weiterentwickelt, darunter ein Branch-and-Price Algorithmus, die Value Function Approximation und verschiedene heuristische Entscheidungsverfahren. In umfangreichen Rechenstudien wurde damit das Emissionsminderungspotenzial der neuen Planungsmodelle untersucht. Über den Daumen gepeilt liegt es in den genannten Bereichen maximal im unteren zweistelligen Prozentbereich. Dies war zu erwarten, d.h., ist keineswegs enttäuschend, zeigt es doch, dass allein mathematische Optimierung ohne weitere technische Eingriffe, zwar nur kleine, aber dafür unmittelbar wirksame Beiträge zum Klimaschutz leisten kann. Bedeutender als die quantitativen Ergebnisse der Laborexperimente erscheint uns eine qualitative Erkenntnis aus dem Projekt: In der Transportplanung werden sich neue Zielsetzungen und Planungsverfahren kurzfristig nur aufgrund veränderter Kundenbedürfnisse durchsetzen. Wächst auf Seiten der Verlader die Nachfrage nach klimaschonenden Transportleistungen, so wächst der Druck auf die Transportdienstleister, diese auch anzubieten. Solange Gütertransporte nicht vollständig klimaneutral gestellt werden können, wird daher die Allokation der verfügbaren Transportkapazitäten zunehmend unter Beachtung von Kundenpräferenzen (im Spektrum von preissensibel bis möglichst klimaneutral) erfolgen. Mit der Entwicklung des ersten Ökoeffizienzklassenmodells für die Transportwirtschaft haben wir ein Instrument geschaffen, das es Anbietern und Nachfragern von Transportleistungen erlaubt, die bestehenden Spielräume zur CO2 Minderung in konkreten Entscheidungssituationen einfach und transparent aufzuzeigen bzw. zukünftig sogar abzugleichen. Es ist zu hoffen, wenn nicht sogar zu erwarten, dass dieser Ansatz in weiteren Forschungen aufgegriffen werden wird.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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