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Mechanismen visueller Suche bei Schleiereulen
Antragsteller
Professor Dr. Hermann Wagner
Fachliche Zuordnung
Kognitive, systemische und Verhaltensneurobiologie
Förderung
Förderung von 2015 bis 2017
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 269491818
Menschen und Tiere besitzen die kognitiven Fähigkeiten zur visuellen Suche. Während der visuellen Suche wird die Aufmerksamkeit auf hervorstechende Reize in der Umwelt gelenkt. In Laborexperimenten müssen die Testpersonen in einer Szene nach einem Zielreiz suchen, der sich von den anderen Reizen, den Distraktoren, in einer oder mehreren Eigenschaften unterscheidet. In einfachen Suchaugaben hängt die Suchzeit nicht von der Anzahl der Distraktoren ab. Eine solche Suchaufgabe wird auch als parallele oder Merkmalssuche bezeichnet. Man sagt, dass der Zielreiz hervorspringt (Pop-out Effekt). Menschen besitzen so einen Pop-out Effekt. Wir konnten kürzlich auf der Verhaltensebene zeigen, dass auch Schleiereulen einen Pop-out Effekt haben. Nun schlagen wir vor, die neuronale Basis der der visuellen Suche zu Grunde liegenden Mechanismen zu untersuchen und weiter das Verhalten der Schleiereulen mit dem des Menschen zu vergleichen. Spezifisch wollen wir die neuronale Aktivität von aktiv fixierenden Tieren ableiten, während diese mit visuellen Such-Mustern gereizt werden. Wir erwarten, dass wir im Vorderhirn der Schleiereulen Neuronen finden, die empfindlich auf solche visuellen Such-Muster reagieren. Das Antwortverhalten solcher Zellen würde davon abhängen, ob z.B. der Zielreiz die gleiche oder eine andere Orientierung wie die Distraktoren besitzt. Ähnliche Experimente wollen wir an sedierten Tieren durchführen, um herauszufinden, welchen Einfluss aktives Verhalten auf die Zellantwort hat. Des Weiteren wollen wir Stimulusparadigmen an Schleiereulen testen, die kürzlich bei Test mit Menschen verwendet wurden, um zu überprüfen, ob die Eulen ähnlich reagieren wie wir Menschen. Das Ziel dieser Versuche besteht also darin, unser Wissen über die Art und Weise zu vergrößern wie die Evolution Gehirne an komplexe Umwelten angepasst hat.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Israel
ausländischer Mitantragsteller
Professor Yoram Gutfreund, Ph.D.