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Integriertes terrestrisches Erdbeobachtungssystem

Fachliche Zuordnung Geographie
Förderung Förderung in 2015
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 276844697
 
Erstellungsjahr 2019

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ein Ziel der Erzeugung von großräumigen 3D-Umgebungskarten für mobile Roboter ist, die in den Karten vorhandenen Objekte mit semantischem Wissen über die Umwelt zu verknüpfen. Um solche Karten erstellen zu können, müssen die Informationen von den verschiedenen Sensoren zunächst fusioniert werden. Dazu wurde eine Methode entwickelt, die es erlaubt, die Daten der Hyperspektralkamera als Annotationen auf die 3D-Punkte, die mit dem Laserscanner aufgenommen werden, zu übertragen. Das Besondere an diesem neuartigen Verfahren ist, dass die dazu notwendige Kalibrierung vollautomatisch und ohne künstlich in die Umgebung eingebrachte Marker erfolgen kann. Auf diese Art und Weise lassen sich mit der Kombination aus Laserscanner und Hyperspektralkamera hochauflösende „Hyperspektralpunktwolken“ generieren. Unseres Wissens nach ist diese Art von integrierten Messsystem zumindest in Deutschland bisher einmalig. In der Anwendung hat sich gezeigt, dass die so aufgenommenen Daten effektiv eingesetzt werden können, um eine semantische Klassifizierung der Roboterumgebung vornehmen zu können. So konnte durch Berechnung eines Vegetationsindex (NDVI) effektiv eine Segmentierung von befahrbaren und nicht befahrbaren Wegen vorgenommen werden. Durch diese Arbeiten konnten darüber hinaus verschiedene Forschungs- und Entwicklungsprojekte akquiriert werden. So wurde zur kunsthistorischen Erschließung des Denkmalgeschützten Haseschachtgebäudes in Osnabrück ein hochauflösendes dreidimensionales, semantisch annotiertes eingefärbtes 3D-Modell dieses Gebäudes erstellt (Projekt 3DinOS). Im Rahmen dieses Projektes wurde ein Konzept zur großräumigen Vermessung des kompletten denkmalgeschützten Ensembles der ehemaligen Schachtanlagen am Osnabrücker Piesberg erarbeitet, das in einem beantragten Umsetzungsprojektes vollständig erfasst und unter kunsthistorischen und denkmalpflegerischen Aspekten inhaltlich erschlossen werden soll. Im Rahmen eines weiteren Anwendungsprojektes (SoilAssist2) wird das Terrestrische Erdbeobachtungssystem genutzt, um das Problem der Bodenverdichtung in Erntekampagnen zu monitoren. Dazu werden Felder dreidimensional erfasst und semantisch annotiert. Die so annotierten Punktwolken dienen als Grundlage für ein Assistenzsystem, das es dem Landwirt ermöglichen soll, den Einsatz der erforderlichen Erntemaschinen möglichst bodenschonend zu planen. Das Terrestrische Erdbeobachtungssystem wurde außerdem erfolgreich zur Ableitung von Bodenparametern für geoarchäologische Anwendungen eingesetzt. In einer Feldstudie konnte der organische Kohlenstoff räumlich hochaufgelöst an einer geoarchäologischen Ausgrabungswand im archäologischen Park Kalkriese bei Osnabrück validiert mit einem r² von über 0,9 abgeleitet werden. Die Ergebnisse zeigen das große Potential der Daten des Terrestrischen Erdbeobachtungssystems auf. Daher wird aktuell untersucht, welche weiteren geoarchäologisch relevanten Bodenparameter mit Hilfe der fusionierten Bilddaten räumlich differenziert modelliert werden können. Die entwickelte Methodik kann auch im Kontext anderer geowissenschaftlicher Fragestellungen eingesetzt werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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