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Laseranlage zur Bestrahlung von NMR-Proben im Magneten

Fachliche Zuordnung Molekülchemie
Förderung Förderung in 2015
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 280251937
 
Erstellungsjahr 2019

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In der NMR-Gruppe des Zentrums für Biomolekulare Magnetische Resonanz (BMRZ) wurde die im Antrag geförderte Laseranlage an drei NMR-Spektrometern gekoppelt. Sie wurde in eine Reihe von Verbundprojekten in vier thematischen Schwerpunkten eingesetzt. 1) Untersuchung von Umfaltungsreaktionen in Nukleinsäuren: Die komplexen Energielandschaften von DNA- und RNA-Oligonukleotiden führen oftmals zu einem ausgeprägten Polymorphismus. Mittels photolabiler Schutzgruppen können einzelne Konformationen aus diesen Energielandschaften selektiert werden, um dann anschließend nach Photolyse bei 355nm deren Rückkehr ins Gleichgewicht mit Koexistenz verschiedener Faltungszustände zu detektieren. So konnten wir Umfaltungsreaktionen von Riboschaltern und DNAs untersuchen. 2) Mechanistische Untersuchung der Lichtreaktion von G-protein gekoppelten Rezeptoren (GPCRs): Durch Einstrahlung sichtbaren Lichtes können wir im NMR-Spektrometer den lichtaktiven Zustand des Rhodopsins herbeiführen. So konnten wir das Verhalten von Rhodopsin und Mutanten nach Lichteinstrahlung in An- und Abwesenheit von Arrestins untersuchen und zeigen, dass in der Anwesenheit von Arrestin ein anderer Zerfallsweg von Rhodopsin bevorzugt eingeschlagen wird, was zu einer etwa zweifach langsameren Freisetzung von Retinol führt. 3) Entwicklung von neuen photogeschützten Liganden und Methoden zur Einbringung photolabiler Schutzgruppen in große RNAs: Wir haben photoaktive Varianten von Puromycin hergestellt, die zur Kontrolle der Translation von Proteinen eingesetzt werden können. Mit der klassischen Festphasensynthese ist die Einbringung von photolabiler Nukleotide nur für kurze RNAs möglich. Wir haben eine chemo-enzymatische Methode entwickelt, die es erlaubt einzelne Nukleotide an jeder Stelle innerhalb einer RNA ohne Längenlimitierung einzubringen. Mittels Laserbeleuchtung im NMR-Spektrometer konnten so lichtinduzierte Umfaltungsreaktionen von Varianten des 2’dG-sensitiven Riboschalters untersucht werden. 4) Entwicklung von Photoschaltern: G-Quadruplexe können interessante strukturelle Gerüste in der DNA-Nanoarchitektur sein. Ziel dieser Arbeiten war es einen minimalen schaltbaren intermolekularen G-Quadruplex herzustellen. Dies konnte durch das Einbringen eines photoschaltbaren Azobenzolderivates in die Nukleinsäurekette erreicht werden. Mittels Laserbeleuchtung im NMR-Spektrometer konnte zwischen einem entfalteten Ensemble und dem strukturierten G-Quadruplex reversibel hin und her geschaltet werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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