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The bureaucratization of groupings. Local and transnational dynamics of innovation in the introduction of age-graded school classes in compulsory education (Prussia, the US, and Spain, ca. 1830-1930)

Subject Area General Education and History of Education
Term from 2016 to 2021
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 280705321
 
Final Report Year 2024

Final Report Abstract

Die historische Entwicklung der spezifischen Ausprägung des Gruppenunterrichts in der Form von altershomogenen Jahrgangsklassen im Pflichtschulbereich stand im Zentrum des Projekts. Das Vorhaben modellierte diese Entwicklung als einen transnational bedingten Prozess der Einführung einer schulorganisatorischen Innovation. Das Projekt ging hypothetisch von einer Überlagerung von pastoralen/pädagogischen Gesichtspunkten durch bürokratisch/systemische bei der Einführung von Jahrgangsklassen in wichtigen urbanen Volksschul- bzw. Primarschulsystemen aus. Eine auf Jahrgängen basierende Gruppierung/Klasseneinteilung, so eine weitere Annahme, sei erst allmählich im 19. Jahrhundert zum leitenden Kriterium für die Bildung von Schüler:innengruppen in Schulen geworden. Beim Blick auf diese transnationale Dynamik wurde die Einteilung in Innovator, Früh- und Spätanwender vorgenommen, um die Abfolge der Innovationseinführung und deren variierendes Tempo zu thematisieren. Die Vergleichskontexte bildeten nach dieser Auswahl Preußen (Innovator), die USA (Frühanwender) und Spanien (Spätanwender). Das Vorhaben führte Einzelfall- und vergleichende Analysen durch. Die detaillierten Analysen zeigen vier Hauptergebnisse. Erstens erfolgte die Anwendung eines Jahrgangskriteriums für die Klasseneinteilung viel diffusser und kleinschrittiger. Nur für den Fall Spaniens gibt es eine zentral erlassene Verfügung für eine Gruppe von Primarschulen erst im Jahr 1911. Somit, zweitens, wurden die Positionen von Innovator (Preußen) und Frühanwender (USA) problematischer, denn die Konturen von Jahrgangsklassen kleinschrittigen Entscheidungen entsprungen sind, so dass bspw. nordamerikanischen Autoren sich auf keine voll konturierte Innovation in Preußen berufen konnten. Chronologisch zeigte sich, drittens, dass die Institutionalisierung dieser Norm der Klassenbildung sehr spät im 19. Jahrhundert in allen untersuchten Fällen erfolgte. Obwohl dies für Spanien bekannt war, wurde besonders in den Analysen zu New York und Berlin gezeigt. Schließlich zeigten Analysen zur diskursiven Flankierung der Einführung/Begründung von Jahrgangsklassen, dass die Annahme einer einfachen Überlagerung pastoraler Denkmuster durch bürokratische Rationalitäten nicht linear war. Auch bei der Einführung von Jahrgangsklassen spielten pastorale, pädagogische und disziplinarische Argumente eine außerordentlich bedeutende Rolle.

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