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Euroskeptische Rhetorik und die Haltung der Bevölkerung
Antragstellerin
Dr. Galina Zapryanova
Fachliche Zuordnung
Politikwissenschaft
Förderung
Förderung von 2015 bis 2016
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 280811994
Zweck dieses Projektes ist es, die Auswirkungen verschiedener Arten elitärer EU Skepsis auf die Einstellungen der Bürger zu untersuchen und zu erklären. In Anbetracht der zunehmenden politischen Bedeutung der europäischen Integration ist der EU Skepsis in den letzten Jahren erhöhte Aufmerksamkeit zugekommen. EU Skepsis kennzeichnet seit Langem die Einstellung von Randparteien, doch inzwischen greifen auch zentristische und andere große Parteien im Wahlkampfmaterial für die Europa und Landespolitik immer öfter auf EU kritische Rhetorik zurück, um sich Stimmen zu sichern. Trotz des erweiterten Spektrums an Verbreitern euroskeptischer Botschaften wissen wir wenig über den Einfluss der verschiedenen Arten von euroskeptischen Botschaften und der verschiedenen Arten von Boten auf die öffentliche Meinungsbildung. Einerseits ist EU Skepsis ein wichtiger Bestandteil der neuen Europapolitik, bei der Eliten nationale Identität, Migration und Multikulturalismus aufgreifen, um die europäische Integration als eine Bedrohung für den Nationalstaat und seine kulturellen Traditionen darzustellen. Andererseits wird immer öfter die Behauptung laut, die EU sei undemokratisch (es mangele an Rechenschaft für die Gestaltung der Politik und für die volksfernen Institutionen) und einflussreiche Mitgliedstaaten setzten ihre Politik auf Kosten schwächerer Staaten und ohne Rücksicht auf die öffentliche Meinung durch. Auch die Wirtschaftspolitik der EU ist insbesondere seit der Wirtschafts und Finanzkrise eine Zielscheibe der euroskeptischen Rhetorik. Allen euroskeptischen Botschaften gemein ist die Kritik an der europäischen Integration, doch nicht alle verteufeln dieselben Aspekte der Europäischen Union. Die Inhalte der Botschaften von Eliten über die EU sowie deren potenzielle Folgen für die Bürger der EU müssen sorgfältig untersucht werden. Bislang wurde im Rahmen der Forschung lediglich die Orientierung der richtungsweisenden Botschaften von Eliten untersucht, nicht jedoch ihr Ursprung (der Bote). Trotz des erweiterten Spektrums an Verbreitern euroskeptischer Botschaften wissen wir wenig über den Einfluss der verschiedenen Boten auf die öffentliche Meinungsbildung. Euroskeptische Botschaften existieren nicht eigenständig, sondern sie sind untrennbar mit einem spezifischen Boten verbunden. Bislang liegen jedoch kaum Erkenntnisse darüber vor, in welchem Umfang die unterschiedlichen politischen Akteure die öffentliche Meinung durch Kritik an der EU beeinflussen können. In Anbetracht des Spektrums an politischen Akteuren, die euroskeptische Mitteilungen einsetzen, und der Vielfalt ihrer Auswirkungen ist die Untersuchung, ob und wie Variationen der Quelle dieser Botschaften zu einer systematischen Beeinflussung der öffentlichen Meinung führen, unerlässlich.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
