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Jacopo Stradas Magnum ac Novum Opus. Ein numismatisches Corpus des 16. Jahrhunderts. Phase 2b

Fachliche Zuordnung Frühneuzeitliche Geschichte
Klassische, Provinzialrömische, Christliche und Islamische Archäologie
Kunstgeschichte
Wissenschaftsgeschichte
Förderung Förderung von 2015 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 283692130
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Jacopo Stradas Magnum ac Novum Opus ist ein ursprünglich 30-bändiges Corpus von Münzen des Römischen Reichs von Gaius Julius Cäsar bis Karl V. mit über 8500 Abbildungen, das um 1550 für Stradas Patron Johann Jakob Fugger begonnen wurde und nach dessen Bankrott 1566 in die Kunstkammer Herzog Albrechts V. von Bayern gelangte. Dort wurde es während des Dreißigjährigen Krieges geraubt und befindet sich heute in der Forschungsbibliothek Gotha. Darüber hinaus schuf Strada einen Münzkatalog, A. A. A. NVMISMATΩN ANTIQVOR: ΔΙАΣKEYH (Διασκευή), der zwischen 1555 und 1566 entstanden und in zwei vollständigen Ausgaben in Wien und Prag überliefert ist. Er umfasst elf Bände, davon acht mit Münzbeschreibungen (insgesamt 2690 Seiten mit 7075 Beschreibungen) und drei mit Indizes. Strada beschreibt darin Münzen aus der gesamten antiken Welt, die er bei Antiquaren und Adligen gesehen haben will: zuerst den Avers einer Münze, nämlich Darstellung und Legende, danach in derselben Weise den Revers. Anschließend nennt er die Sammlung bzw. den Eigentümer, wo er die Münze gesehen haben will. Die Διασκευή soll nach Stradas eigener Aussage die komplementären Münzbeschreibungen zu den Zeichnungen von Münzen der römischen Kaiserzeit enthalten, die er im Magnum ac Novum Opus abbildet. Diese Behauptung Stradas war der Ausgangspunkt des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft von 2015 bis 2022 geförderten Projekts am Forschungszentrum Gotha unter dem Titel „Jacopo Stradas Magnum ac Novum Opus. Ein numismatisches Corpus des 16. Jahrhunderts“. Das Projekt hatte das Ziel, Bilder und Texte zu vereinen und zu kommentieren, diese in einer digitalen Online-Ausgabe zu präsentieren und das Material in seinem historischen und künstlerischen Kontext zu untersuchen. Die Ergebnisse wurden in die Datenbanken des Census of Antique Works of Art and Architecture etc. (HU Berlin, IKB) und Translatio Nummorum (KHI in Florenz) eingegeben. Stradas Behauptung konnte widerlegt werden: Die Διασκευή ist ein eigenständiges Werk, das die ersten strukturierten, ausführlichen Münzbeschreibungen der Neuzeit enthält und überdies, wie der vollständige Titel aussagt, Münzbeschreibungen der Römischen Republik, griechischer Münzen der römischen Provinzen und weiterer antiker Völker. Es gab zur damaligen Zeit kein entsprechendes Werk. Die Διασκευή ist nie angemessen gewürdigt worden, da sie nicht gedruckt erschienen ist und damit kaum bekannt war. Das Material wurde im Projekt auch mit anderen numismatischen Arbeiten aus Stradas Werkstatt verglichen. Dadurch wurden Rückschlüsse hinsichtlich Stradas Methode und eine Bewertung der Rezeption seiner Arbeit möglich, besonders im Kontext des Antiquarianismus Mitte des 16. Jahrhunderts.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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